Rückenschmerzen - Nichtmedikamentöse Verfahren

 
Rückenschmerzen - Nichtmedikamentöse VerfahrenBei den meisten Rückenschmerzen reichen Bewegung, Krankengymnastik und Medikamente aus, um die Beschwerden zu beseitigen. Betroffene sollten so schnell wie möglich ihre täglichen Aktivitäten wiederaufnehmen. Bewegen Sie sich also. Normale körperliche Belastung schädigt die Wirbelsäule nicht. Gehen Sie zum Beispiel spazieren. Schonung und Bettruhe, wie früher üblich, sind nach heutiger Erkenntnis bei einfachen Rückenschmerzen nur für maximal zwei Tage notwendig. Selbst bei gereizter und schmerzhafter Nervenwurzel ist Bettruhe nicht automatisch erforderlich. Das Wichtigste ist, die Wirbelsäule zu entlasten. Ist die Lendenwirbelsäule betroffen, hilft die Stufenlagerung. Legen Sie sich flach auf den Rücken, beugen Sie Hüft- und Kniegelenke um 90 Grad und lagern Sie die Unterschenkel auf einem Schaumstoffwürfel, abgepolstertem Hocker oder hilfsweise auf einem Kissenberg. Die Stufenlagerung verringert den inneren Druck der Bandscheibe, entspannt die Gelenkkapseln, erweitert den Wirbelkanal und die Zwischenwirbellöcher, und entlastet so optimal die Wirbelsäule.

Ohne Krankengymnastik geht es nicht

Damit die Betroffenen möglichst schnell mit der Krankengymnastik (Physiotherapie) beginnen können, ist unter Umständen eine vorherige oder begleitende medikamentöse Schmerztherapie notwendig. Haben die Schmerzen nachgelassen, fängt die aktive Bewegungstherapie an. Im Vordergrund steht das Ziel, die betroffenen Wirbelsäulenregionen zunächst durch Zug in Längsrichtung zu entlasten und später durch Muskelkräftigung zu stabilisieren. Bei der Ausbildung eines “Muskelstützkorsetts” sollte nicht nur darauf geachtet werden die langen Muskelstränge zu trainieren, die für die Beweglichkeit zuständig sind. Wichtiger ist die Kräftigung der tiefen, kurzen Muskeln in Bauch und Rücken, die vor allem die Wirbelsäule stabilisieren. Das ist nicht ganz einfach, weil dazu ein gutes Körpergefühl gehört. Gemeinsam mit einer Physiotherapeutin können die entsprechenden Übungen aber erlernt werden. Um die erzielte Wirkung zu festigen, ist oft eine längere Krankengymnastik nötig.

Da Rückenschmerzen ganz verschiedene Ursachen haben können, muss auch die Krankengymnastik individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Welche Therapieverfahren eingesetzt werden, hängt vom Schmerztyp ab. Die wichtigsten Methoden sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Schmerztyp Physiotherapeutische Methode

  • Knochenschmerz Bewegungsübungen im Schlingentisch, Brunkowsche Stemmübungen
  • Bandschmerz Haltungsschulung, Mobilisierung durch Maitland-Technik, Ganzkörper-Kräftigung
  • Muskelschmerz Korrektur der Fehlhaltung, Muskelaktivierung durch PNF, Isometrische lesen Sie weiter




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