Salmonellen in Deutschland
An heißen Sommertagen können sich Salmonellen in eihaltigen Nachspeisen und hausgemachten Salaten besonders leicht vermehren. Auch wenn immer weniger Menschen erkranken, ist weiterhin Vorsicht geboten. Denn fast jeder dritte große deutsche Legehennenbetrieb hat den Krankheitserreger in seinem Bestand. In Skandinavien sind weniger als ein Prozent der Herden betroffen, in einigen osteuropäischen Ländern mehr als 65 Prozent. So lautet das vorläufige Ergebnis einer Pilotstudie, die im Auftrag der Europäischen Kommission in den 25 Mitgliedsstaaten durchgeführt wurde. Der endgültige Bericht wird vermutlich im Herbst veröffentlicht.Bislang waren Experten davon ausgegangen, dass weniger als zehn Prozent der deutschen Erzeuger mit dem Erreger belastet sind. Nun liegen zum ersten Mal repräsentative Daten vor. Die amtliche Überwachung untersuchte knapp 4 000 Kot- und Staubproben in mehr als 560 Betrieben. In 29 Prozent der Herden wurden die gefährlichen Keime nachgewiesen, bestätigte die Prüfung der Daten durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Damit liegt Deutschland knapp unter dem europäischen Durchschnitt von 31 Prozent. Größere Betriebe mit mehr als 3 000 Tieren sind häufiger betroffen als kleinere Herden. Offenbar tragen in Käfigen gehaltene Legehennen den Geflügelparasit eher in sich als Tiere in Boden-, Volieren- oder Freilandhaltung.
In Deutschland sind Erzeuger verpflichtet, den Bestand gegen Salmonellen zu impfen. In Zukunft sollen die Herden regelmäßig amtlich untersucht werden, um bei positiven Befunden direkt reagieren zu können. Maßnahmen wie eine eingeschränkte Nutzung der Eier sind denkbar. Die Europäische Kommission fordert, dass Deutschland bis 2008 die Zahl der belasteten Bestände um 30 Prozent reduziert.
Seit 1992 ist die Zahl der Salmonellenerkrankungen in Deutschland rückläufig, 52 000 Fälle wurden in 2005 gemeldet. Eine bedeutende Infektionsquelle sind Eier von befallenen Legehennen, die vor dem Verzehr nicht ausreichend erhitzt wurden. Betroffene klagen über Durchfall, Übelkeit, und Erbrechen, teilweise auch Fieber. Ältere Menschen und Kinder sind besonders gefährdet. Verbraucher können sich vor einer Infektion schützen, indem sie Eier immer kühl lagern und möglichst frisch verwenden.


