Solche verschiedenartigen Veränderungen im Gehirn bringen auch das so wichtige Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe stark durcheinander. Besonders davon betroffen sind die beiden Botenstoffe Acetylcholin und Glutamat. Daher wird heutzutage bei der Behandlung der Demenz versucht, die Veränderungen im Stoffwechsel dieser beiden Stoffe durch die Gabe von Arzneimitteln, so genannten Antidementiva, auszugleichen. Mit Erfolg. Förstl zitierte dazu Untersuchungen, die eindeutig belegen, dass sich der Zustand der Patienten während der Behandlung verbessert.
Da Antidementiva die Krankheit nicht heilen und die Demenz ein fortschreitender Prozess ist, der beim einzelnen Patienten völlig unvorhersehbar verläuft, dämpfte Förstl jedoch die Erwartungen an eine solche Therapie. »Der Effekt der Behandlung ist im Einzelfall nicht vorherzusehen.«
Das Schicksal der Demenz scheint zwar unausweichlich, jedoch gibt es auch Möglichkeiten, den geistigen Abbau hinauszuzögern. In erster Linie müssen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, hoher Blutdruck oder zu hohe Blutfettwerte frühzeitig behandelt werden. Dadurch sinkt, quasi als Nebeneffekt dieser Maßnahmen, das Demenzrisiko in den nachfolgenden Jahrzehnten erheblich.
Wer körperlich aktiv ist, persönliche Kontakte pflegt und mit Interesse am Leben teilnimmt, habe nach den Worten Förstls bessere Chancen, länger geistig gesund zu bleiben. Auch ein hoher Intelligenzquotient soll das Demenzrisiko verringern.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:www.wellness-gesund.info)


