Therapie der Prostatakarzinom

"Wait and See / Watchful Waiting"
Unter "Wait and See" oder "Watchful Waiting" versteht man das beobachtende Zuwarten. Unter der Prämisse, dass manche lokalisierte
Prostatakarzinome so langsam wachsen, dass mit einer Beeinträchtigung der Lebensqualität durch den Krebs vor allem bei älteren Männern nicht zu rechnen ist, wird hierbei zunächst keine Therapie eingeleitet, solange keine Symptome aufterten. Vielmehr werden regelmäßige
Kontrolluntersuchungen durchgeführt, um ein lokales Fortschreiten des Tumors oder gar eine Streuung von Tumorzellen im Körper (Metastasierung) möglichst rechtzeitig zu erkennen.
Patienten, für die "Watchful Waiting" in Frage kommt
Beobachtendes Zuwarten kann Patienten empfohlen werden, bei denen ein Prostatakarzinom im Frühstadium entdeckt wurde, wenn es einen geringen
Aggressivitätsgrad aufweist und dadurch eher langsam wächst. Außerdem kommen ältere Patienten oder Patienten mit anderen ernsthaften medizinischen Problemen in Betracht, bei denen die Lebenserwartung eher durch die Begleiterkrankungen als durch das Karzinom bestimmt wird. In diesen Fällen können die Risiken einer Therapie schwerwiegender sein, als die Bedrohung durch den
Tumor.
Vor- und Nachteile
Vorteile dieses Vorgehens liegen sicher in der Vermeidung von
Risiken und Nebenwirkungen der anderen Therapieverfahren. Andererseits besteht natürlich ein gewisses Risiko, die Kontrolle über die Tumorerkrankung zu verlieren, oder zu einem späteren Zeitpunkt die Option anderer Therapieverfahren aufgrund höherer Risiken im Alter verspielt zu haben. Weiterhin kann es für den Patienten ein
psychologisches Problem sein, mit einem nicht behandelten Tumor zu leben.