Therapie und Ablauf einer Herztransplantation

Die immunsuppressive Therapie
Entscheidend für den Erfolg des Eingriffs ist eine rechtzeitige adäquate und individuell gesteuerte Immunsuppression. Die Basis-Immunsuppression bestand lange Zeit (bis ca. Anfang der 90er Jahre) aus Cyclosporin A, Azathioprin und gegebenenfalls Prednisolon. Eine Induktionstherapie wird von vielen Zentren durchgeführt. Als Basis-Immunsuppressiva gelten derzeit sicherlich Cyclosporin A sowie Tacrolimus (Prograf) ,die im Wesetlichen über denselben Mechanismus in die immunologischen Prozesse eingreifen. Derzeit vorliegende klinische Daten scheinen den Vorteil von Mycophenolat Mofetil (CellCept) gegenüber Azathioprin als additives Immunsuppressivum zu belegen. Bezüglich der Rolle der Steroide herrscht ebenfalls keine Einigkeit. Erfolgreiches Transplantat-Überleben kann sowohl ohne als auch mit Steroid-Dauermedikation nachgewiesen werden. Einen Stellenwert haben die Steroide jedoch weiterhin in der Behandlung akuter Abstoßungsepisoden. Hier herrscht jedoch Uneinigkeit über Applikationsform und -menge, so dass jedes Zentrum sein eigenes Protokoll verfolgt. Ein weiterhin vielversprechendes Additivum zur Immunsuppression, insbesondere in Hinblick auf die reduzierte Inzidenz akuter Abstoßungsreaktionen, ist die Substanz Everolimus (Certican). Das Rapamycin (Sirolimus) findet ebenfalls Anwendung. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass keine einheitlichen Konzepte existieren. Die Transplantationszentren verfügen über unterschiedliche Erfahrungen mit den einzelnen Substanzen. Eine patientenadaptierte sowie spiegelgesteuerte Immunsuppression in der Hand eines erfahrenen Transplantationsmediziners ist der beste Garant für das Transplantat-Überleben.Nachsorge und Langzeitergebnisse
Jeder Mensch mit einem gesunden Immunsystem reagiert auf fremde Stoffe, die in den Körper gelangen, mit einer Abwehrreaktion. Da auch das transplantierte Organ als Fremdkörper empfunden wird, ist eine gezielte Blockade der natürlichen Abwehrreaktion des Körpers mittels spezieller Medikamente, so genannter Immunsuppressiva, notwendig. Anfangs wird außerdem wöchentlich eine Biopsie durchgeführt, um eine eventuelle Abstoßung frühzeitig erkennen zu können. Auch wird der Patient längere Zeit mittels Monitor überwacht, Pulsunregelmäßigkeit oder Atembeschwerden sollten gemeldet werden. Darüber hinaus müssen regelmäßig das körperliche Befinden, das Gewicht, der Blutdruck sowie die Laborwerte kontrolliert werden. Der postoperative Klinikaufenthalt dauert vier bis sechs Wochen. Ihm folgt in der Regel ein Anschlussheilverfahren in einer kardiologischen Rehabilitationsklinik.Im Eurotransplantverbund wurden in den vergangenen Jahren relativ gleich bleibend zwischen 700 und 800 Herztransplantationen pro Jahr durchgeführt. Das Ein-Jahres-Überleben nach einer Herztransplantation liegt durchschnittlich bei über 80%, hängt jedoch von individuellen Risikofaktoren wie Vorerkrankungen und Allgemeinzustand des Patienten ab. Dies sind beispielsweise vorangegangene Erkrankungen, Trainingszustand vor der Transplantation sowie Einschränkungen der Widerstandskraft, etwa im fortgeschrittenen Alter. Die Fünf-Jahres-Funktionsrate nach einer Herztransplantation beträgt nach dem Bericht der ,,Deutschen Stiftung Organtransplantation DSO" etwa 67%.


