Therapien bei Lungentransplantationen...

 
Therapien bei Lungentransplantationen...

Die Immunsuppressive Therapie

Die immunsuppressive Behandlung der Patienten beginnt schon vor der eigentlichen Transplantation nach Akzeptanz des Spenders, wobei die Empfänger eine Dreifachkombination (Tripeltherapie) mit z.B. Cyclosporin, Azathioprin und Methyprednisolon erhalten. Die weitere immunsuppressive Behandlung unterscheidet sich nicht von der Transplantation anderer solider Organe.

Die Abstoßungsdiagnostik und -therapie

Die Überlebenszeiten nach Lungentransplantation - anders als bei Herz-, Nieren- oder Leber-transplantationen - nach wie vor nicht voll befriedigend. Ursache ist in erster Linie die chronische Abstoßung der transplantierten Organe. Nach einer Transplantation versucht das Immunsystem, das fremde Organ durch eine Entzündung zu zerstören. Diese Reaktion kann auch noch nach mehreren Jahren ohne erkennbare Einflüsse auftreten. Dabei kommt es zu einer schleichenden Funktionsverschlechterung des transplantierten Organs (chronische Abstoßungsreaktion). Diese resultiert in einem Krankheitsbild, das zu einer Verengung der kleinen Luftwege führt. Daraus folgt eine erneute Einschränkung der Lungenfunktion. Moderne Kombinationen von immunsuppressiven Medikamenten lassen jedoch hoffen, dass das Auftreten einer chronischen Abstoßung immer weiter verzögert und in seiner Schwere gemildert werden kann. Und im Rahmen nationaler und internationaler Studien werden stets neue Möglichkeiten der Therapie erprobt, mit dem Ziel, bessere Langzeitergebnisse zu erzielen und den Patienten ein immer größeres Maß an Lebensqualität gewähren zu können.

Nachsorge und Langzeitergebnisse

Nach erfolgreicher Transplantation werden die Patienten zunächst intensivmedizinisch betreut und anschließend auf der Allgemeinstation versorgt. Hier erfolgen ständig Kontrollen der Lungenfunktion, Röntgenaufnahmen und Bestimmungen der Blutwerte. Außerdem ist eine intensive Atemtherapie besonders während der ersten postoperativen Tage notwendig. Eine Rehabilitationsbehandlung wird nur in ausgesuchten Fällen durchgeführt. Nach der Entlassung sind regelmäßige Nachuntersuchungen am Transplantationszentrum und eine konsequente Mitarbeit der Patienten unabdingbare Voraussetzung für einen guten Langzeiterfolg.

Die Bronchiolitis obliterans (BO) ist eine progressive-entzündliche Erkrankung der kleinen Atemwege (Bronchien) und führt zu einer meist schweren und irreversiblen obstruktiven Lungenerkrankung. Die Inzidenz wird von den verschiedenen Transplantationsgruppen zwischen 10% und über 50% angegeben, wobei hier sicher auch die unterschiedliche Ausprägung eine Rolle spielt. In der Regel wird die BO gegen Endes des ersten Jahres der Transplantation diagnostiziert und verläuft progradient. Sie ist die häufigste Todesursache jenseits des ersten Jahres und ist sicher das zentrale Problem in der Lungentransplantation.

Zurzeit beträgt das Einjahresüberleben nach Lungentransplantation weltweit durchschnittlich 72 Prozent. Die Dreijahresüberlebensrate liegt bei 56 Prozent und die Fünfjahresüberlebensrate bei 43 Prozent. Die Lungentransplantation ist also in den vergangenen Jahren zu einem weithin akzeptierten und erfolgreichen Verfahren zur Behandlung von Patienten mit Lungenerkrankungen im Endstadium geworden.




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