Therapien bei Niertransplantationen...

 
Therapien bei Niertransplantationen...

Die Immunsuppressive Therapie

Ziel der immunsuppressiven Therapie nach Organtransplantation ist es, die Abstoßungsreaktion zu unterdrücken und dabei die immunologische Reaktivität des Empfängers gegenüber Infektionserregern weitgehend zu erhalten. Da das Risiko von Abstoßungsreaktionen während der gesamten Überlebenszeit des Transplantates droht, ist gegenwärtig eine lebenslange Immunsuppression erforderlich. Bei der immunsuppressiven Therapie werden eine initiale Induktions-, eine Basis- oder Erhaltungs-und eine Abstoßungs- bzw. Rejektionstherapie unterschieden. Häufig erfolgt nach der Transplantation eine hochdosierte initiale Induktions-(Quadruple)-Therapie mit Anti-Thymozyten-Globulin (polyklonaler Antikörper = rabbit-ATG), einem Calcineurin-Inhibitor, Mycophenolat (MMF) und Steroiden (Prednisolon). In einigen Zentren werden auch monoklonale Antikörper eingesetzt. Als weitere Basisimmunsuppression wird eine Tripeltherapie mit Calcineurin-Inhibitoren, Azathioprin oder Mycophenolat (MMF) und Steroiden (Prednisolon) durchgeführt. Insbesondere muss nach einer Nierentransplantation die immunsuppressive Therapie den individuellen Gegebenheiten (Anzahl und Grad vorausgegangener Abstoßungsreaktionen, Retransplantation, HLA-Kompatibilität oder Immunisierung des Empfängers (PRA) angepasst werden (-> patientenadaptierte Immunsuppression).

Die Abstoßungsdiagnostik und -therapie

Ein Anstieg der Retentionswerte (Kreatinin, Harnstoff), eine Abnahme der Urinmenge und der Osmolalität, Gewichtszunahme, Inappetenz, Erhöhung der Entzündungsparameter und in selten Fällen eine Transplantatschwellung sind Hinweise auf eine akute Abstoßungsreaktion. Die Sonographie ermöglicht zudem die Beurteilung einer Parenchymschwellung und die Beurteilung der renalen Durchblutung. Der Goldstandard ist jedoch noch die ultraschallgesteuerte Nierenbiopsie mit histologischer Diagnosesicherung. Die histologische Einteilung akuter Rejektionen nach Nierentransplantation richtet sich nach einem internationalen Standard, der sog. Banff-Klassifikation, die 5 Schweregrade unterscheidet.

Die Rejektionstherapie wird zunächst mit einer Methylprednisolon-Stoßtherapie (500-1000mg) über 3 Tage, aber auch bis zu 7 Tagen und länger durchgeführt. Beim Vorliegen einer steroidresistenten Abstoßung erfolgt die Therapie mit Anti-Thymozyten-Globulin (polyklonalen Antikörper = rabbit-ATG) oder monoklonalen T-Zell-Antikörper (OKT3; CD3-Antikörper) über 3 bis maximal 10 Tage.

Als Abstoßungsreaktionen im Langzeitverlauf spielen sowohl späte akute als auch chronische Abstoßungsreaktionen eine Rolle. Hierbei sind die chronischen Abstoßungsreaktionen durch eine progrediente Funktionseinschränkung sowie morphologische Veränderungen gekennzeichnet. Als weitere Komplikationen sind die Nephrotoxizität der Immunsuppressiva sowie Rezidive der Grunderkrankung möglich. Diese Komplikationen können zu einem Funktionsverlust des Transplantates beitragen und eine Retransplantation erforderlich machen.




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