Tinnitus - Was hilft gegen Ohrgeräusche?

 
Tinnitus - Was hilft gegen Ohrgeräusche?Es klingelt oder rauscht, surrt oder pfeift. Für jeden zehnten Menschen in Deutschland sind solche Geräusche im Ohr ständige Begleiter. Oft sind auch mehrere Geräusche gleichzeitig da, die sich überlagern und abwechseln. Die Lautstärke des Stressorchesters reicht von "kaum wahrnehmbar" bis "ohrenbetäubend".  Tinnitus kann einen in jedem Alter treffen. Viele Patienten leiden unter starken Schlafstörungen und halten tagsüber dem Alltagsstress nicht mehr stand. Ein Teufelskreis - alles dreht sich nur noch um das Pfeifen und Rauschen im Ohr. Depressionen und soziale Isolationen können die Folge sein.

Für Tinnitus gibt sehr viele verschiedene Ursachen. Häufig ist ein Knalltrauma der Auslöser - also zum Beispiel der Schuss aus einer Spielzeugpistole oder laute Discomusik über längere Zeit. Auch als Begleiter eines Hörsturzes, einer Mittelohrerkrankung oder einer Innenohrschwerhörigkeit tritt Tinnitus auf. Daneben können so unterschiedliche Ursachen wie Stress oder Durchblutungsstörungen im Innenohr, ein gutartiger Tumor am Hörnerv oder auch Zähneknirschen für die Geräusche im Ohr verantwortlich sein. Außerdem gelten Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes als Risikofaktoren.
Weil es so viele Auslöser gibt, ist eine genaue Diagnose durch den Arzt sehr wichtig. Nur dann kann eine Therapie greifen.

Das plötzliche Auftreten eines Ohrgeräuschs – das kennen viele. In den meisten Fällen hält es nur für kurze Zeit an – einige Minuten oder auch Stunden - dann verklingen die Töne im Ohr wieder. Das ist normal und kein Grund zur Beunruhigung. Stress oder eine Überlastung des Gehörs sind die Ursache. Verschwinden die Ohrgeräusche aber nicht in dieser Zeit, dann sollten Sie folgendes tun:
  • Oft helfen schon ein paar Stunden Entspannung, um dem Stress im Ohr beizukommen.
  • Nehmen Sie die Geräusche auch nach dem Schlafen noch wahr, sollten Sie sofort einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen.
  • Bestehen Sie darauf, dass der Arzt Sie ausreichend über Tinnitus informiert.
  • Grundsätzlich sollte eine genaue Diagnose gestellt werden. Denn nur dann kann auch eine sinnvolle Behandlung erfolgen.
  • Für Ruhe und Entspannung sorgen.
Als chronisch bezeichnen die Experten den Tinnitus, wenn die Geräusche innerhalb von sechs Wochen bis drei Monaten nicht zurückgehen. Abhilfe versprechen neben einem speziellen Geräuschtraining auch Hörübungen. Hier werden die Patienten beispielsweise mit verbundenen Augen durch einen Park geführt. Dabei müssen sie nicht nur die anderen Sinne, wie Riechen und Fühlen schärfen, sondern sie müssen den normalen Umweltgeräuschen auch eine besondere Aufmerksamkeit schenken. Das Ohrgeräusch tritt dabei völlig in den Hintergrund. Durch Entspannungsübungen lernen die Geplagten schließlich, mit Stress besser umzugehen. Eine Kombination aus Retraining– und erweiterter Hörtherapie wird beispielsweise in der Tinnitus-Klinik im hessischen Bad Arolsen angeboten.




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