Verschiedene Folgen der MS

 
Verschiedene Folgen der MS

Sprechstörungen

Sprechstörungen bei MS sind in der Regel die Folge von Koordinations- und/oder Abstimmungsstörungen der Sprachmuskeln. Sprachstörungen bestehen am häufigsten in einem als Dysarthrie bezeichneten, undeutlichen, verwaschenen sprechen, oder auch nuscheln. Ursache der Dysarthrie ist eine Lähmung oder ein gestörtes zusammenwirken der Zunge und der sonstigen Sprachmuskulatur. Störungen der Stimmbildung, wie raues oder heiseres Sprechen, werden als Dysphonie bezeichnet. Sie zeigt sich durch Störungen im Bereich des Tonhöhen- und Lautstärkeumfangs beim Sprechen.

Viele Erkrankte haben eine als Dyarthrophonie bezeichnete Kombination aus Dysarthrie und Dysphonie mit gleichzeitiger Störung der Sprachmelodie und mehr oder weniger undeutlicher, "verwaschener" Sprache, die zusätzlich zu leise oder zu laut ist. Helfen können Logopäden.

kognitive Störungen

Allgemein werden Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit in Form von herabgesetzter Aufmerksamkeit, Konzentrationsstörungen, vermehrte Vergesslichkeit oder andere Denkstörungen zusammenfassend als kognitive oder neuropsychologische Störungen bezeichnet.

Bei Gedächtnisstörungen ist zwischen den verschiedenen Bereichen zu unterscheiden. Das prozedurahle Gedächtnis ist für die Erinnerung zuständig, wie etwas gemacht wird und wird bei MS fast nie beeinträchtigt. Das semantische Gedächtnis ist für das Erinnern von Ereignissen, Worte oder Dinge zuständig und kann bei MS gestört sein. Es besteht aus drei Vorgängen. Im ersten Teil muss eine Information wahrgenommen und richtig eingeordnet werden, im Zweiten erfolgt die entsprechende Speicherung und im dritten der Abruf bei Bedarf.

Der letzte Vorgang ist bei MS am ehesten beeinträchtigt, das heißt die benötigte Information ist zwar vorhanden, wird aber nicht gefunden. Am häufigsten ist aber das Kurzzeitgedächtnis betroffen, z.B. Ereignisse der letzten Zeit. Daneben auch oft das prospektive Gedächtnis betroffen, z.B. die Fähigkeit sich an ein geplantes Ereignis oder eine Verpflichtung zu erinnern.

Schluckbeschwerden

Schluckbeschwerden bei Multiple Sklerose, beruhen auf Störungen oder Lähmungen von Hirnnerven. Schluckstörungen treten am häufigsten während eines akuten Schubes mit Hirnstammbeteiligung, oder bei chronisch-progredienten Verlaufssformen auf. Es besteht in diesem Zusammenhang eine große Gefahr für Lungenentzündungen, durch verschlucken von Nahrung oder Fremdkörpern durch die Luftröhre. Schlimmstenfalls kann der Erkrankte nur über eine PEG-Sonde (Magensonde) ernährt werden. Da in diesem Fall keine Nahrung mehr an die Geschmacksnerven kommt, sind viele davon Betroffene unzufrieden. Eine mögliche Lösung ist, Nahrung ganz fein zu Passieren und dem Erkrankten vorsichtig minimal etwas in den Mund zu geben, nur so viel, das es für einen Geschmack reicht und es wieder ausgespuckt werden kann




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