Was Sie tun können, wenn Sie HIV - infiziert sind

- Ein positives Testergebnis sollte durch mindestens einen weiteren Test bestätigt werden.
- Lassen Sie sich ausführlich vom Arzt beraten und regelmäßig untersuchen.
- Versuchen Sie gesund zu leben und alles, was den Körper zusätzlich schwächt, zu meiden (übermäßiger Alkoholkonsum, Nikotin, einseitige Ernährung etc.).
- Meiden Sie Orte und Verhaltensweisen mit hoher Infektionsgefahr. Auch Reisen in tropische Länder mit erhöhtem Krankheitsrisiko sollten vermieden werden.
- HIV-positiven Frauen sollte von einer Schwangerschaft abgeraten werden, da das Risiko einer Übertragung auf das Kind 15 - 30 % beträgt.
- Vermeiden Sie alles, was zu einer Ansteckung weiterer Personen führen könnte (Siehe Vorbeugung).
Was Ihr Arzt tun kann
- Der Arzt kann zunächst einen HIV-Test durchführen. Ein Spezialtest kann Virusbestandteile im Blut schon wenige Tage nach der Infektion nachweisen. Antikörper im Blut werden je nach Test 2-3 Wochen oder 1-2 Monate nach der Infektion erfasst. Es ist also wichtig zu wissen, zu welchem Zeitpunkt welche Art von Test durchgeführt wurde. Ein negatives Testergebnis 3-6 Monate nach vermuteter Ansteckung gilt als sicher. Bei positivem Testergebnis ist es wichtig, dass der Arzt Sie eingehend berät oder an einen anderen Arzt oder eine Beratungsstelle überweist, die diese Aufgabe übernehmen können. In einer ausführlichen Untersuchung kann der Arzt feststellen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und wann der richtige Zeitpunkt für das Einsetzen einer Therapie ist. Ein wichtiger Hinweis hierbei ist die Bestimmung einer Art von Abwehrzellen im Blut, den sogenannten T4-Helferzellen oder CD4-Zellen, deren Anzahl mit fortschreitender Erkrankung immer weiter absinkt.
- Mit den modernen Medikamenten kann der Ausbruch des AIDS-Stadiums deutlich hinauszögert und eine erhebliche Lebensverlängerung erreicht werden. Außerdem sollte eine Therapie darauf hinzielen, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten. Ob AIDS mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten heilbar ist, ist ungewiss. Zur Therapie wurden Medikamente entwickelt, die die Vermehrung der HI-Viren hemmen und die befallenen Zellen vor dem Absterben schützen. Als Standardtherapie kommt heute meist eine Dreierkombination an Medikamenten zum Einsatz, wobei sich die Patienten an ein strenges Einnahmeschema halten müssen. Bei einigen Patienten treten erhebliche Nebenwirkungen auf. Neben der Therapie gegen das Virus selbst sind vorbeugende Maßnahmen gegen opportunistische Erreger (s.o.) extrem wichtig.
- In besonderen Ausnahmefällen kann nach Kontakt mit HI-Viren (z.B. Nadelstichverletzung mit infiziertem Blut) durch die sofortige Einleitung einer Therapie eine Übertragung des Virus vermieden werden. Aufgrund der starken Nebenwirkungen einer solchen Therapie handelt es sich jedoch um eine Notfallmaßnahme.


