Was sind die häufigsten Symptome und formen von MS?
Das Erscheinungsbild der MS ist vielgestaltig und davon abhängig, an welchen Stellen des ZNS sich Läsionen oder Plaques gebildet haben. Eine Läsion der Sehnerven beispielsweise führt zu Sehstörungen, eine Läsion des Rückenmarks zu Schwäche oder Gefühlsstörungen der Arme und Beine. Typischerweise sind sowohl die Symptome und das Beschwerdebild wie auch der Krankheitsverlauf von Patient zu Patient unterschiedlich. Meist treten die Erstbeschwerden plötzlich aus völligem Wohlbefinden heraus auf und verschwinden nach Tagen bis Wochen wieder. Gefühlsstörungen Bei rund einem Drittel der Erkrankten äußert sich die MS erstmals in Form von Gefühlsstörungen (Sensibilitätsstörungen). Diese sind meist asymmetrisch angeordnet, z. B. an einer Hand, einem Bein oder fleckförmig am Rumpf. Sie äußern sich als Taubheitsgefühl, als Kribbeln oder Missempfindung („Stromgefühl“) oder Schnürgefühl um ein großes Gelenk - evtl. auch Korsettgefühl am Rumpf. Selten fahren elektrisierende Empfindungen den ganzen Rücken hinunter. Dies nennt man dann Lhermittesche Zeichen.Sehstörungen Sehstörungen äußern sich als Nebel- und Schleiersehen bis hin zu vorübergehender, vor allem einseitiger, manchmal aber auch beidseitiger Erblindung. Es kann eine Minderung der Sehschärfe bestehen bleiben, die durch eine Brille nicht zu korrigieren ist. Sehstörungen können auch durch Wahrnehmung von Doppelbildern ausgelöst werden, wenn die Entmarkung im Bereich des Ursprungs der Augenmuskelnerven liegt. Selten führen Sehstörungen zu Schwindel. Dies jedoch dann, wenn beim Seitenblick ruckartiges Augenzittern, der so genannte Nystagmus auftritt.


