Was sind Harnsteine genau?

 
Was sind Harnsteine genau?oft den Anstoß zur Steinbildung abgibt, besteht bald aus einem Klümpchen Schleim, Blut, Eiter, Eier von Distomum haematobium (in Ägypten), bald aus einem zufällig in den Harnwegen vorhandenen fremden Körper: einem Stückchen Metall, Bleikugeln, Knochensplittern u. dgl. Die H. kommen bald vereinzelt, bald zu mehreren und vielen bei einem Menschen vor. Ihre Größe kann vom eben Sichtbaren bis Faustgröße variieren. Die kleinsten Steine sind meist in sehr großer Anzahl vorhanden und werden als Harngrieß bezeichnet. Ihrer chemischen Natur nach sind vorzugsweise folgende Formen von Harnsteinen zu unterscheiden:
  • Steine aus Harnsäure und harnsauren Salzen (Uratsteine) sind gewöhnlich rundlich, hart, bräunlich, auf dem Durchschnitt meist geschichtet. Reine Harnsäuresteine können ganz weiß und mit kristallinischer Oberfläche versehen sein.
  • Steine aus harnsaurem Ammoniak allein sind den vorigen ähnlich, kommen aber sehr selten vor.
  • Steine aus phosphorsauren Salzen (Phosphatsteine), namentlich Ammoniakmagnesia und Kalk, kommen häufig vor, sind rundlich, fest oder kreideähnlich, weiß, glatt, auf dem Durchschnitt meist geschichtet. teine aus phosphorsaurem Kalk allein sind selten, den vorigen ähnlich.
  • Steine, welche gleichzeitig aus Harnsäure oder harnsauren Salzen und aus phosphorsauren Salzen bestehen, bald so, daß Schichten derselben miteinander abwechseln, bald so, daß die eine Substanz den Kern, die andre die Schale bildet, sind häufig. Außer den vorgenannten Salzen kann noch kohlensaurer Kalk, als Kern oder Schale, vorhanden sein.
  • Steine aus oxalsaurem Kalk (Oxalatsteine) kommen häufig, zumal bei jugendlichen Individuen, vor. Sie sind außerordentlich hart und schwer. Die größern haben eine warzige, selbst stachlige Oberfläche (daher Maulbeersteine genannt) und geschichtete Schnittfläche, sind dunkelbraun gefärbt; die kleinern sind glatt und heller gefärbt (sogen. Hanfsamensteine). Auch Oxalatsteine, welche von einer Lage phosphorsauren Kalks oder harnsaurer Salze umgeben sind, werden beobachtet.
  • Steine aus Cystin und Xanthin sind sehr selten, klein, rundlich, hellbraun, glatt und vollkommen verbrennlich. Die H. spielten in der Chirurgie früherer Jahrhunderte eine hervorragende Rolle; in den letzten Jahrzehnten sind sie fast zu Raritäten geworden, ein bisher noch nicht gelöstes Rätsel! Man unterscheidet:
    • Nierensteine, welche in Kelchen und Becken der Niere liegen, meist klein, bisweilen jedoch erheblich groß sind; die größten Nierensteine bilden manchmal einen förmlichen Ausguß des Nierenbeckens, haben die Gestalt desselben und können mechanisch den Abfluß des Harns aus den Nieren verhindern, selbst vollständigen Schwund der Nieren und unter Umständen Harnverhaltung, Urämie und den Tod bedingen. Nicht selten geht die durch Steine bedingte, sehr schmerzhafte Entzündung des Nierenbeckens auf die Nieren selbst über und führt zur Nierenvereiterung mit meist tödlichem Ausgang. Zuweilen kommt es vor, daß der eine oder andre Harnleiter durch einen Harnstein verstopft wird. Dies gibt Veranlassung zur Entstehung der Sackwassersucht der Nieren, indem sich das Nierenbecken zu einem großen, wasserhaltigen Sack umbildet. Werden beide Harnleiter zugleich oder hintereinander durch H. verstopft, so kann gar kein Harn mehr abgeschieden werden, und der Kranke muß unfehlbar an Harnverhaltung sterben. Kleinere Steine können von dem Nierenbecken durch die Harnleiter in die Blase transportiert werden. Dieser Transport ist in der Regel mit furchtbar heftigen Schmerzen verbunden, welche von dem Krampf der Harnleiter abhängen und unter dem Namen der Stein- oder lesen Sie weiter




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