Wie stellt man ein Peniskarzinom oder eine Präkanzerose fest?

 
Wie stellt man ein Peniskarzinom oder eine Präkanzerose fest?Patienten mit Tumoren am Penis suchen häufig erst sehr spät den Arzt auf. Die Gründe dafür sind Schamgefühl, Unkenntnis über die Gefahren von Hautveränderungen aber auch die Tatsache, dass sich der Tumor oftmals unter einer Vorhautverengung unbemerkt entwickelt. Penistumore sind nämlich in der Regel nicht schmerzhaft. Ein Peniskarzinom findet sich oftmals als Zufallsbefund bei der Durchführung einer Vorhautbeschneidung.

Generell gilt:

  • Jede Hautveränderung am Penis sollte umgehend vom Facharzt (Urologe) inspiziert werden
  • Jede Vorhautverengung sollte beschnitten werden
  • Schamgefühl bei Erkrankungen des Penis ist mehr als verständlich. Es ist aber von entscheidender Bedeutung, dass Hautveränderungen frühzeitig (!) vom Spezialisten begutachtet werden, um die Chancen der Heilung zu erhalten!
  • Der erste und wichtigste Schritt zur Erkennung eines Penistumors ist die Inspektion der Veränderungen. Bei ausreichender Erfahrung des Untersuchers kann frühzeitig der Verdacht auf einen Tumor oder eine Präkanzerose gestellt werden. Daraufhin ist immer eine feingewebliche Klärung durch Entnahme einer Gewebeprobe angezeigt.
  • Welche Methoden zur Früherkennung und Therapie werden an der Urologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München angewandt?

Diagnostische Methoden

Fluoreszenzdiagnostik

Die Urologische Klinik hat 1999 eine spezielle bildgebende Technik entwickelt, mit deren Hilfe sowohl die Vorläuferstadien des Tumors als auch die komplette Größe des Tumors erkannt werden können. Davon hängt die erfolgreiche Therapie der Erkrankung wesentlich ab. In vielen Fällen sind kleinere Ausläufer des Tumors nicht zu erkennen und werden somit bei der Behandlung übersehen. In der Folge können diese Tumorzellen ein sog. Rezidiv verursachen und ein Fortschreiten der Erkrankung droht.

Die Methode zum Nachweis des kompletten Tumors wird als Fluoreszenzdiagnostik bezeichnet. Dabei wird eine Substanz auf die betroffenen Hautbezirke aufgetragen, die sich in den Tumorzellen stark anreichert. Diese Anreicherung kann durch eine spezielle Lichtquelle zum Leuchten gebracht werden (Fluoreszenz). Dabei kann insbesondere der Tumorrand besser als durch herkömmliche Methoden erkannt werden, und eine komplette Therapie gewährleistet werden.




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