Wie wird die ALS festgestellt?
Die wesentliche Hinweise zur Diagnose einer ALS ergeben sich bereits durch die neurologische Untersuchung. Der neurologisch ausgebildeten Arzt ist in der Lage durch Feststellung charakteristischer Symptome den Verdacht einer ALS zu erheben. Je nach der Ausbildung des Krankheitsbildes kann die bloße Möglichkeit bis hin zur großen Sicherheit der Diagnose ausgesprochen werden.Eine gesicherte klinische Diagnose ist an die volle Ausbildung des klinischen Bildes, die Beobachtung des Verlaufes, aber auch an bestimmte zusätzliche Untersuchungen gebunden. Dabei ist eine elektromyographische Untersuchung von zentraler Bedeutung. Ein mit der Elektromyographie (EMG) vertrauter Arzt kann mit dieser Untersuchung zwischen eigentlichen Muskelerkrankungen und Erkrankungen der motorischen Nervenzellen, die zu einer Störung der Muskelfunktion führen, unterscheiden. Prinzipiell ist dann eine Unterscheidung der ALS von anderen neuromuskulären Erkrankungen möglich. Die Störung der motorischen Neurone führt zu charakteristischen Befunden in der EMG-Untersuchung. Auch bei diesen elektrophysiologischen Untersuchungen hängt die Sicherheit und der Schweregrad der Befunde vom Stadium der ALS ab. So kann die Diagnosenstellung insbesondere in frühen Krankheitsstadien schwierig sein.
Zusätzlich zu der klinischen Untersuchung und der Durchführung eines EMG sind eine Reihe anderer diagnostischer Maßnahmen notwendig. Dazu gehört Untersuchungen des Blutes, des Nervenwassers und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie die Kernspintomographie. Diese Untersuchungen dienen eigentlich nicht dem Nachweis der ALS, sondern vielmehr dem Ausschluss seltener ALS-ähnlicher Erkrankungen, die im allgemeinen einfacher zu behandeln sind (siehe auch Frage nach ALS-ähnlichen Erkrankungen).


