in der Onkologie stationär aufgenommen. Nach einem ausführlichen Gespräch und verschiedenen Voruntersuchungen sollte bereits am nächsten Tag die Chemotherapie mit Cladribin beginnen.

Dieses Zytostatikum ist noch nicht sehr lange in Deutschland zugelassen, hat aber sehr gute Heilungschancen (man spricht von einer Remission bis zu 80%) und soll sehr gut verträglich sein. Der Therapieverlauf war folgendermaßen:

5 Tage nacheinander eine Cladribin-Infusion über 3 Stunden. Begleitend wurde prophylaktisch eine Antibiotikatherapie begonnen.
Am Dienstag den 26. April bekam ich die erste Chemotherapie. Wie geplant war ich nach 5 Tagen am Samstag mit der Infusionstherapie fertig. Die Nebenwirkungen während der 5 Tage waren Müdigkeit, leichter Schwindel bis zu 2-3Stunden nach der Therapie. Ansonsten habe ich es sehr gut vertragen.

Am 3.Tag der Chemotherapie wurde eine Umkehrisolation für mich angeordnet, da die Werte stark sanken und die Infektionsgefahr dadurch sehr groß war. Die Umkehrisolation dauerte bis zum 11.Mai, einen Tag vor meiner Entlassung.

Am Sonntag den 01.Mai, der erste Tag nach der Chemo, waren die Leuko`s 0,63/nl Thrombo`s 94/nl HB 12,6g/dl.
An diesem Tag hatte ich mittags keinen Appetit, ich bekam Fieber bis 38,5 C. Am Abend wurde dann mit Antibiotika i.V. begonnen. Ich hatte die ganze Woche über abends Temperaturen von 38,5C - 39,0 C, tagsüber war ich meist fieberfrei. Als weitere Nebenwirkungen waren in dieser ersten Woche nach der Therapie Kopfschmerzen. Das Fieber hielt bis zum 8.Tag nach der Chemo an. Die Tiefstwerte lagen in diesem Zeitraum bei Leuko`s 0.44/nl Thrombo`s 77/nl und HB 10.2g/dl
Der CRP -Wert stieg bis auf über 100mg/l an. Es war aber kein Infektionsherd zu erkennen. Eine Woche nach der Chemo am Samstag, den 07.05.2005 waren die Leuko`s 0.60/nl Thrombo`s 116/nl HB 10.27g/dl Am Tag der Entlassung, am 12. Mai waren die Leuko`s 1.49/nl / Thrombo`s 201/nl und das HB 10.9g/dl die Neutrophilen Granulozyten betrugen 56.9 %. Der CRP Wert lag immer noch bei über 50 mg/l. Nach 18 Tagen stationärem Aufenthalt wurde ich nach Hause entlassen. Es wurde ein Termin in der Onkologischen Tagesklinik für den 06. Juni vereinbart, um erneut eine Knochenmarksbiopsie vorzunehmen. Dies würde die Gewissheit bringen, ob die Therapie angesprochen hat.

Ich war mir sicher, die Krankheit besiegt zu haben. Es waren aber immer noch 20% Haarzellen nachweisbar. Mir wurde eine ambulante Chemotherapie empfohlen, mit der Hoffnung die Haarzellen weiter zu reduzieren.

Am 05. Juli begann ich die ambulante Therapie mit Cladribin. 1 Infusion pro Woche über 6 Wochen. Ich habe auch diese Therapie sehr gut vertragen. Noch besser als bei dem stationären Aufenthalt. Kein Fieber, keine Entzündungszeichen. Ist wohl auch auf die häusliche Umgebung zurückzuführen. Die Werte hielten sich immer im unteren Normbereich. Der 9. August war der letzte Tag der Chemo, und es begann wieder eine Zeit der Ungewissheit bis zur Beckenstanze. Nach weiteren 6 Wochen wurde die Beckenstanze durchgeführt. Das Ergebnis bekam ich am 11. Oktober, 5 Tage vor meinen 38.Geburtstag. "Es liegt kein Anhalt für Malignität vor", es wurden keine Haarzellen gefunden. "Ich habe die Krankheit besiegt"!!!
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:www.haarzell-leukaemie.de)




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