Allgemeine Fragen zur Knochenmark-/ Blutstammzellenspende

 
Allgemeine Fragen zur Knochenmark-/ Blutstammzellenspende

Was ist Knochenmark und wozu dient es?

Praktisch alle Knochen des Körpers - mit Einschluss der Arme und Beine - enthalten Knochenmark. Als Organ ist das Knochenmark verantwortlich für die Produktion von Blutzellen, die im Organismus wichtige Aufgaben wie die Abwehr von Infektionen, den Sauerstofftransport und den Verschluss von Wunden (Blutstillung) im Falle von Verletzungen im Körper erfüllen

Wer kann Blutstammzell-/ Knochenmarkspender werden?

Jede gesunde männliche und weibliche Person zwischen 18 und 40 Jahren kann Blutstammzell-/ Knochenmarkspender werden. Es dürfen jedoch keine Erkrankungen des Herzens, der Leber (Hepatitis), kein Krebs und keine Störungen des Immunsystems vorliegen.

Was muss ich tun, um Blutstammzell-/ Knochenmarkspender zu werden?

Zur Feststellung der notwendigsten Gewebemerkmale, die bei Bedarf mit denen eines Leukämie-Patienten verglichen werden, sind lediglich 6,5 ml Blut erforderlich. Die Blutabnahme kann von Ihrem Hausarzt vorgenommen werden, ein spezielles Blutröhrchen und einen mit der Adresse des Labors beschrifteten Umschlag erhalten Sie von uns.

Eine Feststellung der Gewebemerkmale (Typisierung) kostet +-50 €, die DR-Typisierung (Klasse 2) +-30 € und kann nur von speziell zu diesem Zweck ausgestatteten Labors durchgeführt werden.

Wie wahrscheinlich ist es, tatsächlich Knochenmark/Blutstammzellen zu spenden?

Die Wahrscheinlichkeit, für einen Patienten einen kompatiblen Knochenmarkspender zu finden liegt in der Größenordnung von 1 : 10.000 und 1 : 1.000.000 und ist abhängig von den Gewebemerkmalen des Patienten.

Anders wie bei den Blutgruppen, gibt es keine häufigen oder weniger häufigen Gewebemerkmale. Je genauer die Übereinstimmung zwischen den Merkmalen des Spenders und denen des Patienten ist, umso größer sind die Erfolgsaussichten für eine Knochenmarktransplantation.

Kann ein Spender vor der Blutstammzell-/ Knochenmarkspende "Nein" sagen?

Sich als Knochenmark-/Blutstammzellspender zur Verfügung zu stellen, ist eine sehr ernste Angelegenheit für alle Beteiligten. Für den Knochenmarkspender kann es vielerlei Gründe geben, "Nein" zu sagen: schlechte physische oder psychische Verfassung, der Zeitaufwand oder das - wenn auch geringe - Risiko des Eingriffs. Egal, wie sich der Spender entscheidet, eine Verpflichtung zur Spende besteht nicht. In jedem Fall bleibt seine Identität vertraulich.

Kann man mehrere Male Knochenmark spenden?

Der Verlust des Knochenmarks ist beim Spender rasch ausgeglichen. Eine vollständige Normalisierung des Blutbildes tritt innerhalb weniger Wochen ein, da der Körper das entnommene Knochenmark regeneriert. Obwohl es sehr unwahrscheinlich ist, kann es nicht ausgeschlossen werden, dass Sie als einziger identischer Spender für einen weiteren Patienten ermittelt werden.

Kann man selbst darüber entscheiden ob man Blutstammzellen oder Knochenmark spendet?

Bei der abschließenden Spenderaufklärung werden dem Spender beide Möglichkeiten erklärt. Er selbst hat dann die letztendliche Entscheidung, welches Verfahren er auswählt.

Kann der Spender den Empfänger kennen lernen?

Unter Beachtung datenschutzrechtlicher Bestimmungen ist dies dann möglich, wenn Spender und Empfänger damit einverstanden sind. Außerdem kann der Spender, soweit der Patient damit einverstanden ist, auch nach der Knochenmarktransplantation über den Zustand des Patienten informiert werden.




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