eine lebensgefährliche Bedrohung dar. Fieber ist deshalb ein ernstes Warnsignal und ist oft Hinweis dafür, dass Bakterien Zugang zum Blut gefunden haben. Erkrankt ein Kind während der Chemotherapie etwa an Windpocken, kann dies außerordentlich gefährlich sein, da der Körper über zuwenig Abwehr verfügt, um mit der Krankheit problemlos fertig zu werden. Daher muß jeder Kontakt mit infektiösen Personen sofort gemeldet werden, da heute Medikamente zur Verfügung stehen, um den Ausbruch der Krankheit bei Ihrem Kind abzuschwächen oder zu verhindern.
Schutzimpfungen: Während der Chemotherapie darf Ihr Kind keine Impfung mit lebenden Viren (Polio, Mumps, Röteln, Masern) erhalten. Für weitere Impffragen wenden Sie sich bitte an Ihren behandelnden Arzt.
Auftreten von Blutungen: Der Mangel an Blutplättchen fördert die Neigung zu Blutungen. Dies sollten Sie bei der Gestaltung der Aktivitäten im Tagesablauf Ihres Kindes zu Hause berücksichtigen. Verletzungen durch zu übertriebenen Sport oder zu ausgelassenes Spiel können gefährlich sein. Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Blutungen, dann beachten Sie die folgenden wichtigen Grundregeln:
- Pressen Sie ein sauberes Tuch solange auf die blutende Wunde, bis die Blutung zum Stillstand kommt.
- Bei Nasenbluten setzen Sie Ihr Kind auf und drücken Sie die Nasenflügel solange zusammen, bis die Blutung aufhört. Es können auch gefäßverengende Nasentropfen appliziert werden, die Ihnen für diese Fälle Ihr Arzt verschreiben kann.
- Gelingt es Ihnen nicht, die Blutung innerhalb von 10 Minuten zu stoppen, melden Sie sich sofort bei Ihrem behandelnden Zentrum.
- Stellen Sie Blut im Stuhl, Urin oder im Erbrochenen Ihres
- Kindes fest, informieren Sie Ihren Arzt darüber. Davon abgesehen: Prinzipiell sollten Sie bei Blutungen Ihre Behandlungsstelle aufsuchen, um den Thrombozytenwert im Blut feststellen zu können.
Appetitlosigkeit: Stellt sich infolge der Chemotherapie Appetitlosigkeit bei Ihrem Kind ein, bieten Sie ihm verstärkt kalorienreiche Säfte an. Um den Appetit Ihres Kindes anzuregen, gehen Sie auf seine Essenswünsche ein. Bereiten Sie ihm seine Lieblingsspeise zu, wenn es dies wünscht. Verzichten Sie während der Chemotherapie generell auf Lebensmittel, die wenig Nährwert enthalten (etwa Bonbons, Limonade). Bieten Sie Ihrem Kind dafür eiweißreiche und vielseitige Kost an. Von entscheidender Bedeutung ist jedoch, letztendlich für entspannte Atmosphäre zu sorgen und keinerlei Zwang auf das Kind auszuüben. Eine nachgewiesenermaßen wirksame Krebsdiät gibt es nicht (siehe eigene Broschüre – Ernährung und Krebs)