Der Verlauf einer Stammzelltransplantation

 
Der Verlauf einer Stammzelltransplantation

Dekontamination

Da das Immunsystem des Kindes bis zum Anwachsen der Stammzellen - d.h. des neuen Immunsystems - unterdrückt werden muss, ist es für einige Wochen besonders gefährdet, an schweren Infektionen zu erkranken. Um das Infektionsrisiko so niedrig wie möglich zu halten, wird es in den meisten Fällen schon zwei Wochen vor der Transplantation auf der Transplantationsstation aufgenommen und „dekontaminiert“ (d.h. von Keimen befreit). Um die Darmkeime zu zerstören, bekommt es Antibiotika und keimarme Kost. Um die Hautkeime zu beseitigen, wird es mit sterilisierender Seife gewaschen. Um neue Infektionen zu verhindern, wird es in einem keimarmen Einzelzimmer gepflegt.
  • Konditionierung: Damit das Kind die neuen Stammzellen nicht abstößt, muss es zuvor in den meisten Fällen „konditioniert“ werden, d.h. sein eigenes Immunsystem muss mit Strahlen- oder Chemotherapie unterdrückt werden. Bei einigen - sehr seltenen - angeborenen Störungen des Immunsystems kann auf eine Konditionierung verzichtet werden. Es gibt verschiedene Formen der Konditionierung:
    • eine starke Chemotherapie, die das Immunsystem des Kindes völlig auslöscht  eine Ganzkörper-Strahlentherapie (TBI) über mehrere Tage und eine Chemotherapie 
    • eine milde Chemotherapie und/oder eine eintägige Bestrahlung,
    • die die Lymphozyten des Kindes schwächen.
    • In manchen Fällen wird das Kind außerdem mit einem Antikörper gegen seine Immunzellen (Anti-Thymozyten-Globulin-ATG) behandelt.
  • Die Nebenwirkungen der Konditionierung: Während der Strahlen- oder Chemotherapie kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen, die Mundschleimhaut und die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes kann in Folge vorübergehend geschädigt werden, die Haare werden vorübergehend ausfallen, in seltenen Fällen werden auch andere Organe (Leber, Nieren, Herz) in Mitleidenschaft gezogen. Manche Kinder reagieren mit Fieber und Hautausschlag auf das Anti-Thymozyten-Globulin. Welche Art der Konditionierung die güns
  • Transplantation: Die Stammzellen des Spenders werden am Tag der Transplantation entweder durch Knochenmarkspunktionen oder durch eine „Blutwäsche“ (periphere Stammzellapherese) gewonnen und dann dem Kind wie ein Erythrozyten-Konzentrat oder Thrombozyten-Konzentrat über den zentralen Venenkatheter infundiert. Stimmt der Spender mit seinen HLA-Merkmalen nicht mit denen des Kindes überein, müssen die Stammzellen vor der Infusion noch von Lymphozytengereinigt werden (Selektion). Die Transplantation selbst ist weder schmerzhaft noch gefährlich. Da ab diesem Zeitpunkt das Leben mit einem neuen, gesunden Immunsystem beginnt, wird der Tag der Transplantation mit Tag 0 bezeichnet und alle folgenden Tage mit Tag +1, +2, +3, etc. 
  • Die Zeit bis zum Anwachsen der Stammzellen: Die in die Blutbahn infundierten Stammzellen müssen sich jetzt ihren Weg in das Knochenmark des Kindes suchen, dort anwachsen und beginnen, neue, gesunde Blutzellen zu bilden. Dieser Vorgang dauert zwei bis drei Wochen. Gelegentlich wird das Anwachsen mit einem hämatopoietischen (die Blutbildung fördernden) Wachstumsfaktor (G-CSF) unterstützt werden. Das Kind ist in dieser Zeit durch zwei Dinge beeinträchtigt:
    • die Folgen der Strahlen- oder Chemo-Therapie:Dem Kind ist übel, es hat Mund- und Bauchschmerzen und mag nicht essen, weshalb es über eine Magensonde oder den zentralen Venenzugang ernährt werden muss. Die verabreichten Schmerzmittel machen das Kind müde. Manche Kinder brauchen außerdem Medikamente, um die Funktion von Niere und Herz zu unterstützen.
    • das Fehlen eines funktionierenden Immunsystems: Da das alte Immunsystem des Kindes nicht mehr und das neue noch nicht funktioniert, muss das Kind alleine in einem keimfreien Raum gepflegt werden und lesen Sie weiter




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