und erhält eine ganze Reihe von Medikamenten zur Vorbeugung gegen Infektionen. Trotz aller vorbeugenden Maßnahmen bekommen viele Kinder in dieser Zeit Fieber und müssen mit Medikamenten gegen Bakterien, Viren und Pilze behandelt werden.
  • Das Anwachsen der Stammzellen (Engraftment): Zehn bis zwanzig Tage nach der Stammzelltransplantation sind die transplantierten Stammzellen im Knochenmark des Kindes angewachsen und beginnen neue Blutzellen zu bilden (Engraftment). Es kommt zu einem Anstieg der Leukozyten und üblicherweise erholt sich das Kind rasch von den Nebenwirkungen der Strahlen- oder Chemotherapie und der Infektion. Dass die Transplantation tatsächlich funktioniert hat und die Blutzellen von den übertragenen Stammzellen kommen, kann man mit besonderen Untersuchungen an den Leukozyten feststellen. Außerdem wird am Tag +28 eine Knochenmarkspunktion durchgeführt. In ganz seltenen Fällen kommt es zu keinem Engraftment, d.h. die transplantierten Stammzellen wurden abgestoßen. Dann kann in einem zweiten Anlauf eine neuerliche Transplantation versucht werden.
  • Die Graft versus Host Erkrankung (GvHD): Das neue – vom Stammzell-Spender stammende – Immunsystem bzw. seine Lymphozyten können den Körper des Kindes als „fremd“ erkennen und „allergisch“ auf das Kind reagieren. Das nennt man eine Graft versus Host Erkrankung. In den meisten Fällen kommt es dabei zu einem juckenden Hautausschlag, manchmal kann es jedoch auch zu schmerzhaften Durchfällen oder einer Gelbsucht kommen. Um einer Graft versus Host Erkrankung vorzubeugen, erhält das Kind schon ab dem Tag 0 Medikamente, die diese Reaktion abschwächt, bis sich das neue Immunsystem an das Kind „gewöhnt“ hat. Tritt trotzdem eine Graft versus Host Erkrankung auf, kann sie zusätzlich mit Cortison behandelt werden. Eine leichte Graft versus Host Erkrankung ist bei Kindern, die wegen einer bösartigen Erkrankung (z.B. Leukämie) transplantiert wurden möglicherweise von Vorteil, da sie einen zusätzlichen Schutz gegen einen Rückfall bedeutet. In seltenen Fällen kann eine Graft versus Host Erkrankung jedoch sehr schwer verlaufen und wochen- bis monatelange stationäre Behandlung notwendig machen.
  • Die Entlassung von der Transplantationsstation: Wie rasch ein Kind von der Transplantationsstation entlassen werden kann, hängt hauptsächlich von dem Ausmaß und der Dauer der Graft versus Host Erkrankung ab. Eine Entlassung ist frühestens am Tag +28 möglich, bei einer schweren Graft versus Host Erkrankung kann es mehrere Monate dauern, bis das Kind ohne ständige Infusion von Medikamenten und Nährstoffen auskommt.
  • Die Zeit danach: In den ersten Wochen und Monaten nach Entlassung von der Transplantationsstation sind noch häufige ambulante Kontrollen notwendig. Die meisten Kinder müssen noch eine ganze Reihe von Medikamenten (zur Vorbeugung oder Behandlung der Graft versus Host Erkrankung, zur Unterstützung der Nierenfunktion, zur Vorbeugung von Infektionen, etc.) einnehmen und benötigen viele Blutuntersuchungen. Bei manchen Kindern dauert es noch einige Wochen, bis die neuen Stammzellen auch ausreichend Thrombozyten und Erythrozyten bilden, d.h. sie müssen noch Konzentrate erhalten. Am Tag +100 wird eine weitere Knochenmarkpunktion durchgeführt. Das neue Immunsystem muss – ähnlich wie das eines Neugeborenen - erst lernen, sich gegen die verschiedenen Infektionen zu wehren, seine Reaktionen werden außerdem von den Medikamenten, die zur Vorbeugung und Behandlung der Graft versus Host Erkrankung notwendig sind, abgeschwächt. Das heißt, dass das Kind in den ersten Monaten nach der Transplantation noch sehr anfällig für Infektionen ist und jede Form von Menschenansammlungen (Kindergarten, Schule, öffentliche Verkehrsmittel, etc.) meiden muss. Nach und nach müssen dann alle Impfungen wiederholt werden. Üblicherweise ist spätestens ein Jahr nach der Transplantation das neue Immunsystem wieder reif und stark genug, sodass das Kind wieder ein ganz normales Leben führen kann.
  • (übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.kinderkrebshilfe.at)




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