Fragen zur Knochenmarkentnahme

Gibt es nur die Möglichkeit einer Knochenmarkspende?
Nein. Früher hat man ausschließlich Knochenmark
transplantieren können, um den Patienten zu heilen. Mittlerweile ist aber die Medizin so weit fortentwickelt, dass es auch möglich ist, den Patienten durch eine Blutstammzellspende zu heilen.
Wie wird das Knochenmark entnommen?
Das Knochenmark wird i.d.R. unter Vollnarkose entnommen. Hierbei werden die Beckenknochen des Spenders mehrfach punktiert und ca. 800 - 1000 ml
blutverdünntes Knochenmark entnommen. Die entnommene Menge an Stammzellen entspricht ca. 6 - 8 % des Körperbestandes.
Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt des Spenders?
Normalerweise wird der Spender einen Tag vor der Knochenmarkentnahme stationär ins Krankenhaus aufgenommen. Wegen der Nachwirkungen der
Narkose und eventueller Schmerzen im Beckenbereich, verbleibt der Spender dann ggf. bis zu zwei Tagen im Krankenhaus. Die meisten Spender verlassen die Klinik am Tage nach der
Knochenmarkentnahme.
Gibt es Risiken bei der Knochenmarkentnahme?
Für den Spender besteht während der Entnahme lediglich das übliche
Narkoserisiko.
Entstehen mir Kosten bei der Entnahme von Knochenmark?
Verdienstausfall, Fahrtkosten und
Kosten für medizinische Untersuchungen werden stets von der Krankenkasse des Patienten übernommen.
Welche Nachwirkungen sind bei der Knochenmarkentnahme bekannt?
Der Verlust des Knochenmarks beim Spender ist schnell ausgeglichen. Eine vollständige Normalisierung des Blutbildes tritt innerhalb weniger Wochen ein. Nach der Entlassung aus der stationären Betreuung kann beim Spender eine gewisse Schmerzhaftigkeit im Bereich der Punktionsstellen der Beckenknochen bestehen. Diese Beschwerden sind jedoch gering und klingen innerhalb weniger Tage ab.
Wie erhält der Patient das neue Knochenmark?
Den Vorgang kann man sich wie eine
Bluttransfusion vorstellen. Das flüssige, blutähnliche Knochenmark wird intravenös in die Blutbahn geleitet. Das transplantierte Knochenmark pflanzt sich dann selbst in den Knochen an und ersetzt dort das vorher erkrankte Knochenmark. Der Patient verspürt während der Transplantation keine Schmerzen.
Was sind die ersten Anzeichen für eine erfolgreiche Knochenmarktransplantation?
Etwa zwei Wochen nach der Transplantation ist ein erstes Ergebnis im
Blutbild des Patienten feststellbar, vorausgesetzt, das neue Knochenmark hat begonnen, sich zu vermehren. Eine deutliche Erhöhung der weißen Blutkörperchen ist das erste Anzeichen dafür, dass das Knochenmark des Spenders den Körper des Patienten angenommen hat. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen steigt an. Eine gesteigerte Eigenproduktion von Blutplättchen, sowie weißen und roten Blutkörperchen setzt ein.
Welche Komplikationen können beim Patienten auftreten?
Zu den durch die Chemotherapie und Bestrahlung bekannten
Nebenwirkungen (Haarausfall, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit), können Komplikationen auftreten, die von der eigentlichen Transplantation selbst herrühren. Dazu zählen die Abstoßung (das neue
Knochenmark geht nicht an, die transplantierten Zellen sterben ab), die Graft-Versus-Host Disease (das neue Knochenmark wehrt sich gegen den Körper des Patienten und verursacht Infektionen und Endzündungen), die Infektion (als Folge der Zerstörung des Immunsystems) sowie der Rückfall (die Grunderkrankung tritt wieder auf). Die meisten Komplikationen können erfolgreich behandelt werden.