Hochfrequente elektromagnetische Felder und Leukämie

 
Hochfrequente elektromagnetische Felder und LeukämieBei hochfrequenten Feldern gibt es noch keine klaren Erkenntnisse zu einem erhöhten Risiko der Leukämieerkrankung. Fälschlicherweise werden jedoch immer wieder die möglicherweise krebserregenden Eigenschaften von niederfrequenten Magnetfeldern auf jene von hochfrequenten Feldern übertragen oder der Unterschied nicht klar dargestellt. In der Vergangenheit gab es jedoch durchaus schon epidemiologische Untersuchungen zur Häufigkeit von Krebserkrankungen in der Nähe von Radio- und Fernsehsendern, welche vielseitig interpretierbare Ergebnisse erbrachten. Dazu folgender Auszug aus dem Beitrag "Epidemiologie hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung" von Eva Böhler (Institut für medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universität Mainz) auf der Fachtagung "Auswirkungen des Mobilfunks" in Mainz im November 2001:

Bisher wurden weltweit drei ökologische Studien im Umkreis von Sendeanlagen publiziert, deren beobachtete Populationen groß genug waren, um eine mögliche Erhöhung von Krebserkrankungen überhaupt feststellen zu können. Diese Studien fanden in der Umgebung von Sendetürmen auf Oahu, Hawaii (Maskarinec et al., 1994), in Australien (North Sydney) (Hocking et al., 1996) und in Groß-Britannien (Sutton Coldfield) (Dolk et al., 1997) statt. Die australische Studie wurde hierbei später von einer anderen Gruppe einer Überprüfung unterzogen (McKenzie et al., 1998). Die britische Studie wurde von den gleichen Autoren nach identischer Vorgehensweise auf eine größere Studienregion ausgedehnt (Dolk et al., 1997). Bei allen drei Studien ergaben sich auf den ersten Blick Hinweise auf ein häufigeres Auftreten von Leukämieerkrankungen im Nahbereich der Sender. Bei einer zweiten Überprüfung der Daten ergaben sich jedoch bei allen drei Studien Befunde, die die ursprünglich veröffentlichten Ergebnisse in Frage stellten.

Bei der Hawaii-Studie beschränkte sich die erhöhte Leukämie-Inzidenz bei Kindern auf einen dreijährigen Zeitraum innerhalb einer elfjährigen Studienperiode von 1979 bis 1990. Bei einer Einzelfallbetrachtung der Leukämiefälle innerhalb des dreijährigen Zeitfensters zeigte sich eine für Leukämieerkrankungen ungewöhnliche Verteilung in der Bevölkerung. Fast alle betroffenen Kinder waren Mädchen und erkrankten an der einer an sich selteneren Form der Leukämie. Zudem waren die Kinder zum Zeitpunkt der Diagnosestellung älter, als man aufgrund der Altersverteilung bei Leukämien erwarten würde. Eine Fallkontrollstudie in der Region brachte keine zusätzlichen Erkenntnisse. Auslöser der Studie war ein Bericht über eine mögliche Krankheitshäufung.

In Großbritannien, wo die Studie um den Sutton Coldfield Transmitter (erhöhte Leukämie- Erkrankungsrate für alle Altersgruppen zusammengefasst) nach identischer Vorgehensweise auf zwanzig weitere Senderstandorte ausgedehnt wurde, konnten die auffälligen Befunde der ersten Studie nicht nachvollzogen werden. Um Sutton Coldfield traten im 2 km-Umkreis 23 Leukämiefälle gegenüber 12,6 erwarteten Fällen lesen Sie weiter




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