Niederfrequente elektromagnetische Felder und Leukämie
Zum allgemeinen Zusammenhang zwischen niederfrequenten Feldern und dem Auftreten von Krebs ein Auszug aus der Broschüre Elektrische und magnetische Felder im Alltag von der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg:In mehreren epidemiologischen Studien wurde ein statistischer Zusammenhang zwischen einer langzeitigen Einwirkung niederfrequenter schwacher Magnetfelder (< 1 µT), wie sie im Alltag vorkommen, und dem Auftreten bestimmter Krebsarten, zum Beispiel Leukämie bei Kindern, gefunden. Dem steht jedoch auch eine ganze Reihe von Studien entgegen, in denen ein solcher Zusammenhang nicht gefunden wurde. In den meisten bisherigen epidemiologischen Studien bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Größe und Auswahl der Kontroll-und Feldgruppen, der Ermittlung und Abgrenzung von begleitenden Störfaktoren sowie der Bestimmung der einwirkenden Feldstärken. >
In den meisten epidemiologischen Studien wurde der Frage nachgegangen, ob das Wohnen im Einwirkungsbereich von Feldern der Hochspannungsfreileitungen eine erhöhte Krebsgefahr birgt. Die Mehrzahl dieser Studien zeigt eine geringfügige statistische Erhöhung des Risikos für die Erkrankung an Leukämie bei Kindern, die in Bereichen mit erhöhter magnetischer Flussdichte über 0,3 µT wohnten. Die Frage nach der Ursächlichkeit dieser Erkrankungen ist damit jedoch keineswegs beantwortet, da auch andere, bis heute nicht untersuchte, begleitende Faktoren verantwortlich sein könnten. Erste vorläufige Untersuchungen, inwieweit Umwelteinflüsse wie Verkehrsaufkommen oder Umweltverschmutzung als alternative ursächliche Faktoren in Frage kommen, haben bisher keine schlüssigen Ergebnisse geliefert.
Zu der Frage von Leukämieerkrankungen bei Kindern durch niederfrequente Magnetfelder wurde in Deutschland vor allem die Studie von Joachim Schüz und Jörg Michaelis (Universität Mainz, 2000) bekannt, aus Grossbritannien gibt es eine umfangeiche Studie aus dem Jahr 2005. Zu der deutschen Studie ein Auszug aus dem Abschlussbericht:
Aufgrund der Beobachtungen für die nächtliche Magnetfeldexposition kann unsere Studie als Hinweis auf eine statistische Assoziation zwischen magnetischen Feldern und Leukämien im Kindesalter gewertet werden. Eine biologische Erklärung für diese Beobachtung ist nicht bekannt. Sollte die beobachtete Beziehung kausal sein, wären dennoch nur etwa 1% aller Leukämien bei Kindern in Deutschland der Exposition durch elektromagnetische Felder zuzuschreiben. Damit bleibt die Ursache für die große Mehrheit aller Leukämiefälle bei Kindern weiterhin unklar.


