Der richtige Blutdruckwert
Heute gilt für ältere genauso wie für jüngere Menschen: Blutdruckwerte über 140/90 mmHg sind als Zeichen für einen Bluthochdruck ernst zu nehmen. Dies trifft auch dann zu, wenn nur der obere Wert erhöht ist (z.B. 160/85 mm Hg). So fordert die WHO und die Internationale Gesellschaft für Bluthochdruck (WHO-ISH) in ihren Behandlungsrichtlinien, dass auch im Alter das Behandlungsziel ein Blutdruck von weniger als 140/90 mmHg sein muss. Die Tatsache, dass etwa jeder Zweite im Alter über 60 Jahre höhere Blutdruckwerte aufweist, zeige vor allem das besondere Risiko dieser Altersgruppe: Herzinfarkt und Herzversagen, Schlaganfall und Demenz sowie Funktionsstörungen der Nieren könnten die schlimmen Folgen von Bluthochdruck sein. Deshalb darf nach Einschätzung der Hochdruckliga ein Bluthochdruck im Alter nicht bagatellisiert werden. Sie sollte vielmehr vom Arzt abgeklärt werden. Der kann dann auch über die Art der Therapie entscheiden.Für die Gruppe der über 60-jährigen Hypertonie-Patienten wurde der Nutzen einer blutdrucksenkenden Therapie in großen Studien zweifelsfrei nachgewiesen. Es scheint sogar, so der Hochdruckspezialist Dr. Weisser, dass Ältere überproportional stark von einer blutdrucksenkenden Therapie profitieren. Dies gelte ganz besonders für die Verhinderung von Schlaganfällen. Eine konsequente Senkung des Blutdrucks auch bei älteren Menschen führe zu einer Verminderung des Auftretens von Schlaganfällen um bis zu 33 Prozent und von Ereignissen am Herzen um bis zu 23 Prozent. Das hätten groß angelegte Studien mit bis zu 19.000 Teilnehmern belegt.
Was sonst noch gegen Bluthochdruck tun
Neben einer blutdrucksenkenden Therapie mit Hilfe von Medikamenten können Senioren auch selbst einiges tun, um ihre Werte zu normalisieren. So hat eine wissenschaftliche Studie (Trial Of Nonpharmacological Intervention on the Elderly - TONE) ergeben, dass Salzrestriktion und Abspecken eine ganze Menge bringen. Beide Maßnahmen zusammen konsequent praktiziert, lassen beispielweise das Risiko Übergewichtiger, kardiovaskuläre Komplikationen zu erleiden, um die Hälfte sinken. Bei Senioren ohne Herz-/Kreislauf-Erkrankung und mit einem Blutdruck unter 150/90 mmHg können Veränderungen des Lebensstils schon alleine bewirken, dass sich der Blutdruck normalisiert. Weitere Maßnahmen sind mehr Bewegung, ohne dass man dabei gleich neue Höchstleistungen anstreben muss.(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.hochdruck-aktuell.de)


