Assessmentinstrumente helfen, wichtige individuelle Beobachtungen der Betreuenden zu objektivieren und tragen somit wesentlich zu einer fundierten Grundlage verstehender Diagnostik bei. Eine validierende, wertschätzende Grundhaltung ist gekennzeichnet durch Einfühlungsvermögen in die Situation der Betroffenen, einer Akzeptanz der Demenz sowie der daraus resultierenden Lebensweise", erklärt Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik vom pflegewissenschaftlichen Institut der Universität Witten/Herdecke, die das BMG-Projekt geleitet hat, die Besonderheiten der einzelnen Rahmenempfehlungen. Erinnerungspflege sei wichtig, weil das Erinnern lebensgeschichtlicher Ereignisse und gelebter Beziehungen die Identität und das soziale Zugehörigkeitsgefühl stärke. „Wir empfehlen auch den behutsamen Einsatz von Berührungen, Basaler Stimulation und Snoezelen, weil man Menschen mit Demenz auch im fortgeschrittenen Stadium auch über ihre Sinne ansprechen und erreichen kann", so die Pflegewissenschaftlerin weiter. Sie und die anderen Mitglieder der Expertenrunde sprechen sich auch dafür aus, dass Bewegungsförderung in alle täglichen Aktivitäten integriert wird, wobei sie von täglich mindestens einer „halbstündigen durchgängigen Bewegungssequenz" ausgehen. In Bezug auf akute psychiatrische Krisen bei Menschen mit Demenz empfiehlt die Expertengruppe einen wertschätzenden und akzeptierenden Umgang. „Es sollte versucht werden, das dem Verhalten zu Grunde liegende Gefühl zu thematisieren, um so von der Handlung abzulenken, ohne die Betroffenen in ihrer Realität zu kontrollieren", erklärt Diplom-Psychologin und KDA-Pflegefachfrau Christine Sowinski, die ebenfalls zur Expertengruppe gehört, diese Rahmenempfehlung.

„Was viele Pflegende vielleicht schon häufig intuitiv angewendet haben, ist zum Teil richtig, manchmal aber auch nicht. So ist es eine wichtige Regel, Konfrontation zu vermeiden. Der intuitive Impuls, auf eine aggressiv wirkende Äußerung mit Abgrenzung zu reagieren, ist bei Demenzerkrankten oft kontraproduktiv. Der Umgang mit Menschen mit Demenz will gelernt sein. Hier helfen wissensbasierte Rahmenempfehlungen, wie sie im Projekt erarbeitet wurden", verdeutlicht Klaus Besselmann, Fachbereichskoordinator Soziales und Pflege im KDA und ebenfalls Mitglied der Expertengruppe, die Bedeutung des Projekts.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.seniorenbeirat-lhm.de)




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