Behandlung der MS: Stammzellen

 
Behandlung der MS: StammzellenDie Diskussion um embryonale oder adulte Stammzellen findet statt, dabei spielen Moral und Ethik scheinbar eine große Rolle

Was sind Stammzellen?

Eine Stammzelle ist eine Art Ursprungszelle, die sich unbegrenzt vermehren und alle Zelltypen des Körpers bilden kann, z. B. Nervenzelle, Blutzelle. Diese Fähigkeit der Stammzellen bezeichnet man als Pluripotenz. Ein eigenständiger Organismus kann aus ihnen nicht mehr entstehen. Nur Zellen von sehr frühen Embryonen sind totipotent, das heißt, dass sich aus jeder einzelnen Zelle dieses Embryos durch Teilung ein eigenständiges Lebewesen entwickeln kann. Stammzellen finden sich in Embryonen, Föten und wurden bislang auch in 20 Organen des menschlichen Körpers nachgewiesen. Mit Hilfe von Nährlösungen lassen sich aus Stammzellen im Labor bestimmte Zelltypen züchten. Noch gibt es allerdings kein Verfahren, mit dem sich die Stammzellen wie gewünscht in ihrer Entwicklung dirigieren lassen. Stammzellen unterscheidet man in embryonale (aus dem Embryo), fetale (aus dem Fötus) und adulte (von Säuglingen, Kindern, Erwachsenen) Stammzellen.

embryonale Stammzellen

Embryonale Stammzellen werden aus dem Inneren von wenige Tage alten Embryonen entnommen. Zur Zeit gibt es drei Möglichkeiten, embryonale Stammzellen zu gewinnen:

  • Aus Embryonen, die bei einer künstlichen Befruchtung gewonnen werden, aber nicht mehr für eine Schwangerschaft benötigt werden ("überzählige Embryonen"). Nach einer Verschmelzung von Ei und Samenzelle im Reagenzglas, entsteht eine Zelle, die sich in rascher Folge teilt. Bis zum Acht-Zell-Stadium verfügen die Zellen über die Totipotenz. Aus diesem Zellverband entwickelt sich dann die Blastozyste, aus deren innerer Zellmasse am vierten Entwicklungstag die pluripotenten embryonalen Stammzellen für die Forschung gewonnen werden können.
  • Aus abgetriebenen Föten. Stammzellen können auch aus fünf- bis neunwöchigen abgetriebenen Föten gewonnen werden. Diese fetalen Stammzellen sind Vorläufer der Ei- bzw. Samenzellen. Man bezeichnet sie daher als primordiale Keimzellen, die im Labor zu embryonalen Keimzellen weiterentwickelt werden. Sie sind pluripotent und unterscheiden sich nicht von den embryonalen Stammzellen, die aus einer Blastozyste gewonnen werden.
  • Durch "therapeutisches Klonen". Das therapeutische Klonen soll dabei helfen, für Patienten Ersatzgewebe wie Herzmuskelzellen oder Nervenzellen aus körpereigenem Material herzustellen. Dafür wird eine gespendete Eizelle entkernt und mit dem genetischen Material einer Körperzelle des Patienten angefüllt. Der Zellkern der Körperzelle wird durch Übertragung in eine Eizelle in eine Art Urzustand versetzt. Hierbei entsteht eine neue totipotente Zelle. Diese Methode wurde auch beim Klonschaf Dolly angewandt. Wissenschaftler glauben, dass die Qualität der Stammzellen, die auf diese Art gewonnen werden, am besten sei. Darüber hinaus birgt das Klonverfahren den Vorteil, dass das mit der Körperzelle eines Patienten gewonnene Material mit dem Patienten lesen Sie weiter




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