Ein komplexes Thema: Das Beispiel Tetanus

 
Ein komplexes Thema: Das Beispiel TetanusAuch wenn es manchen enttäuschen mag: Eine verbindliche Anwort auf die Frage "Impfen - ja oder nein?" kann niemand geben. Zu unterschiedlich sind die Infektionswege, die Eigenschaften der Impfstoffe und die gesundheitlichen Voraussetzungen des einzelnen. Wie komplex das Thema ist, zeigt das Beispiel Wundstarrkrampf. Für einen Impfschutz spricht, dass der Tetanus-Erreger im Boden, Staub, Wasser und an anderen Orten fast überall vorkommt. Selbst durch kleinste Schürfwunden kann er eindringen. Der Impfstoff gilt als gut verträglich, auch eine passive Immunisierung ist nach Verletzungen noch möglich. Da sich der Bazillus Clostridium tetani als Anaerobier aber nur dort wohlfühlt, wo kein Sauerstoff vorhanden ist, wird das Erkrankungsrisiko bei ausreichender Wundhygiene erheblich reduziert. Oft wird fälschlich suggeriert, die Diagnose Tetanus stelle ein sicheres Todesurteil dar. "In Wirklichkeit verläuft Tetanus bei Kindern und Jugendlichen unter zwanzig nur in fünf Prozent aller Fälle tödlich" , resümiert Cynthia Cournoyer für die USA. Wenn überhaupt, sei Tetanus ein Problem von älteren Personen mit schwacher Immunabwehr. Auch die feste Überzeugung vom absolut sicheren Impfschutz ist reines Wunschdenken. Vier von sechs Tetanus-Kranken in den Jahren 1987/88 waren zum Teil mehrfach geimpft. ... "

Mit welcher Selbstverständlichkeit auch heute noch mancher Mediziner seine persönliche Meinung zum Massstab allen Handelns macht, zeigt das Beispiel einer mir bekannten Frau. Diese hatte im Bewusstsein dieser möglicherweise gesundheitsbedrohenden Folgen von Impfungen ihre Tochter nicht impfen lassen. Eines Tages kam in die Schule eine Impfärztin, und die Tochter kam verweint und wutentbrannt nach Hause. Es lässt sich wohl kaum rekonstruieren, was die Ärztin gesagt hat, die Reaktion der 12-jährigen Tochter, die glaubte, dass ihre Mutter wichtige Massnahmen für ihre Gesundheit "verschlampt" hätte, und dass sie möglicherweise hätte sterben können oder bald sterben würde, lässt jedoch nicht nur darauf schliessen, dass diese ihre Autorität benutzt hat, sondern auch, dass sie sich überhaupt nicht bewusst war, ein vollkommen gesundes Kind vor sich zu haben (Hier bleibt nur die leicht sarkastische Frage, ob dies in ihrer Praxis vielleicht (auch aufgrund der von ihr verordneten Behandlungen?) so selten war, dass sie einen gesunden Menschen gar nicht mehr erkennen konnte).). Die psychologischen Wirkungen auf dieses Kind waren jedenfalls äusserst stark.




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