homöopathie

 
homöopathie

homöopathische Grundsätze


Weiter oben haben wir gehört, dass ein potenziertes Arzneimittel ausschliesslich dann eine Heilwirkung entfalten kann, wenn es nach homöopathischen Grundsätzen angewendet wird. Welches sind diese Grundsätze? Durch Selbstversuche haben Hahnemann und viele weitere Forscher genau dokumentiert, welche Symptome mit absoluter Regelmässigkeit auftreten, wenn in der sog. Arzneimittelprüfung ein Gesunder das homöopathische Arzneimittel in der Potenz C30 eingenommen wird. Findet man nun möglichst viele dieser Symptome bei der ganzheitlichen Betrachtung eines Kranken. Dabei kristallisiert sich mit der Erfahrung eine gewisse Wertigkeit dieser Symptome heraus. Man betrachtet z.B. mit Vorliebe die eigenartigen, scheinbar paradoxen Symptome (wie: Lachen bei Trauer oder Zahnschmerzen bei Kauen gebessert, etc.), die Gemüts- und Geistessymptome, die sog. Allgemeinsymptome (Modalitäten, Schlaf und Träume, etc.); die Lokalsymptome kommen erst am Schluss der Wertigkeit. Meist im Gegensatz zur Schulmedizin, wo darüber hinweggegangen wird und man sich gleich auf ein Organ stürzt - und dabei den übrigen Menschen vergisst.

Die homöopathische Therapie von tieferen, chronischen Leiden geht also nicht schnell, schnell - es geht meist eine (ev. stundenlange) Befragung und Untersuchung voraus und ist deshalb zeit- und energie-intensiv (für Therapeut und Patient). Im akuten Fall (wo die Lokalsymptome wieder wichtiger werden) kann ein Mittel auch mal schnell gefunden werden.
Sehr wichtig erscheint mir, dass man nun nicht in die Euphorie verfällt, alles und jedes sei mit dem Wundermittel "Homöopathie" absolut heilbar. Auch die Homöopathie hat Grenzen (siehe unten)!

Ist Homöopathie nun nichts weiteres als ein Placebo?!

Die Homöopathen wehren sich vehement gegen diese These - und übersehen womöglich, dass dieses Urteil eher ein Lob ist als ein Vorwurf. Denn offenbar heilt der Mensch sich vor allem selber, mit seiner eigenen Lebenskraft. Warum sollte ein solcher, längst nachgewiesen mächtiger Effekt sich nicht noch steigern lassen mit einer homöopathischen Behandlung? Einer Methode, die noch den schwächsten Hauch eines körperlichen Symptoms zu erspüren sucht, dazu die Seele streichelt und sich so dem Dunkelgeschöpf Mensch auf besonders geschickte Weise nähert. Die homöopathische Arznei ist ein kommunikativer Prozess, die Homöopathie eine "Beziehungsmedizin". Harald Walach hat in seiner Arbeit "Magic of Signs" sehr schön aufgezeigt, wie das homöopathisch therapeutische Ritual wohl als Ganzes wirkt. Er versucht dies anhand der Synchronizität von C.G.Jung und mittels des Semiotische Modell zu erklären. Das homöopathische Ritual schafft Bedingungen damit ein synchronistischer Vorfall stattfinden kann.




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