Medikamente zur Behandlung der MS

Interferone
Gegenwärtig sind drei Beta-Interferone im Handel, die bei der MS eingesetzt werden. Diese Präparate unterscheiden sich in ihrer Dosierung und der
Anwendungsart. Sie können nicht als Tabletten genommen werden.
- Rebif®: (Beta-Interferon-1a) hat zwei Wirkstärken von sechs und zwölf Millionen Einheiten (22 oder 44 Mikrogramm) und wird dreimal pro Woche unter die Haut (subkutan) gespritzt.
- Avonex®: (Beta-Interferon-1a) wird in einer Menge von sechs Millionen Einheiten (=30 Mikrogramm) einmal pro Woche in einen Muskel (intramuskulär) gespritzt.
- Betaferon®: (Beta-Interferon-1b) wird in einer Menge von acht Millionen Einheiten (=250 Mikrogramm) jeden zweiten Tag unter die Haut (subkutan) gespritzt.
- Beta-Interferon-1a wird aus Säugetierzellen gewonnen und ein Vorteil gegenüber dem aus Bakterien gewonnen Beta-Interferon-1b besteht darin, dass es seltener zur Bildung von neutralisierenden Antikörpern kommt.
Inzwischen sind die erwünschten und unerwünschten
Wirkungen der Beta-Interferone gut bekannt. In zahlreichen kontrollierten Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass sie nicht nur die Zahl und Schwere von Schüben vermindern, sondern auch das Fortschreiten der neurologischen Behinderung verlangsamen und abschwächen können. Die Hemmung der Entzündungsaktivität lässt sich auch im MRT nachweisen und die Zahl neuer Entzündungsherde im
Gehirn ist unter Beta-Interferonen deutlich geringer als bei nicht behandelten Vergleichsgruppen.
Glatirameracetat (Handelsname: Copaxone ®)
Bei Copaxone ® handelt es sich um ein dem basischen
Myelinprotein ähnelndes
Eiweißgemisch, das in einer Dosis von 20 Milligramm täglich unter die Haut gespritzt werden muss. Nach den bisherigen Studien vermindert Copaxone ® wie die Interferone ebenfalls die Schubrate, vor allem bei gering betroffenen Patienten. Wie die Wirkung von Copaxone ® im Vergleich zu den Beta-Interferonen zu bewerten ist, kann zurzeit noch nicht gesagt werden.