Transurethrale Alprostadiltherapie mit MUSE und die Vakuumtherapie

 
Transurethrale Alprostadiltherapie mit MUSE und die Vakuumtherapie

MUSE®: (Medicated Urethral System for Erection)

In den USA wurde eine neue Anwendungsmöglichkeit von Alprostadil (PGE1)entwickelt, indem diese Substanz mit Hilfe eines zum Einmalgebrauch bestimmten Applikator direkt in die Harnröhrenöffnung gebracht wird und dann bei ca. 30 - 40 % aller Patienten innerhalb von 10 - 20 Minuten zu einer für den Geschlechtsverkehr ausreichenden Erektion führt.

Diese als MUSE® (Medicated Urethral System for Erection) bezeichnete Substanz ist in den USA seit Dezember 1996 und in Deutschland seit Juni 1999 zugelassen. Der Vorteil von MUSE® ist die nadelfreie Anwendung, Nachteile sind seine relativ geringe Wirksamkeit gegenüber der Spritze oder den PDE 5 Hemmstoffen sowie eine relativ hohe Nebenwirkungsrate in Form von Brennen und Schmerzen im Penis und in der Harnröhre.

Eine primäre Anwendung von MUSE® kommt bei Patienten mit Kontraindikationen für PDE 5 Hemmer, sowie bei Patienten mit Schädigung der Nervenversorgung des Penis in Frage, wie es häufig der Fall nach operativer Entfernung von Prostata und Blase oder des Mastdarms wegen Krebserkrankungen oder aber bei Polyneuropathien in der Folge einer Zuckerkrankheit der Fall ist. Bewährt hat sich auch für den Patienten, der es sich finanziell leisten kann, die Kombination von MUSE® und einem PDE 5 Hemmer, wenn beide einzeln gegeben, nicht zum Erfolg führen.

Vakuumtherapie

Die Vakuumtherapie kommt vor allem für solche Patienten in Frage, bei welchen sämtliche aufgeführten medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten keine Wirkung gezeigt haben und die operative Eingriffe zur Behebung ihrer erektilen Dysfunktion nicht wünschen. Bei der Vakuumtherapie wird ein mit einer Handpumpe verbundener Zylinder über den Penis gestülpt und gegen den Körper gepresst. Das zusätzliche Auftragen einer Paste dichtet die Zylinderöffnung völlig ab, so dass der Penis sich passiv mit Blut füllt und versteift. Wenn der Penis dann vollends versteift ist, wird der Zylinder ab genommen, nachdem vorher ein Gummiring auf den Penis abgestreift wurde. Dieser Gummiring verhindert einen zu schnellen Blutabfluss und hält die Gliedsteife, so dass der Geschlechtsverkehr durchgeführt werden kann. Es gibt mittlerweile mehrere medizinisch vertriebene Vakuumapparate von unterschiedlichen Firmen, wobei das Osbon ErecAid®-System Marktführer ist.

Nebenwirkungen sind sehr selten und betreffen des öfteren vorkommende Hauteinblutungen und Blutergüsse (Patienten, welche mit Blut verdünnenden Medikamenten wie ASS Aspirin®, Plavix® oder Marcumar® behandelt werden müssen diese Therapie vorsichtig anwenden und sich quasi herantasten,d.h.,das Vakuum stufenweise vorsichtig aufbauen), außerdem selten Hautverletzungen sowie das Auftreten einer Induratio penis plastica mit Penisverbiegung.




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