Die Ursachen der MS

 
Die Ursachen der MSZwar gibt es keine Standardform der Erkrankung, dennoch sind einige Faktoren für den Langzeitverlauf der MS von Bedeutung. Nach der so genannten Fünfjahresregel nach Kurtzke kann man davon ausgehen, dass der Behinderungsgrad des nichtbehandelten MS-Patienten 5 Jahre nach Krankheitsbeginn etwa ¾ dessen nach 10 bis 15 Jahren entspricht. Die folgende Tabelle verdeutlicht die Fünfjahresregel abhängig von der Entwicklung der Behinderung in den ersten fünf Jahren: Bei geringer Behinderung in den ersten fünf Jahren bleiben zwei Drittel der Patienten auch über 15 Jahre relativ stabil. Bei schneller Zunahme der Behinderung von Beginn an muss nach 15 Jahren mit ausgeprägter Behinderung gerechnet werden.

Als Anhaltspunkte für einen günstigen Verlauf gelten:
  • Gefühls- oder Sehstörungen als Erstsymptome
  • Vollständige Rückbildung der Beschwerden
  • Fehlende Behinderung nach einem Zeitraum von fünf Jahren
Für einen weniger günstigen Verlauf sprechen:
  • Lähmungserscheinungen als Erstsymptome
  • Bereits anfänglich bleibende Ausfälle
  • Höheres Lebensalter bei Krankheitsbeginn
  • Hohe Schubrate im Verlauf
Ganz klar ist: MS ist keine tödliche Krankheit und nur ein kleiner Teil der Betroffenen benötigt im Laufe der Erkrankung einen Rollstuhl. Eine US-amerikanische Studie der Universität von Rochester, Minnesota, ergab, dass nach 25 Jahren zwei Drittel der MS-Patienten noch gehen konnten – wenn auch teilweise mit einer Gehhilfe. Etwa die Hälfte aller Betroffenen kann mit einem relativ günstigen Verlauf ohne schwerwiegende Einschränkungen rechnen. Nur wenig Erkrankte sterben an den Komplikationen einer weit fortgeschrittenen MS. Für die meisten MS-Kranken gilt, dass ihre Lebenserwartung in etwa der ihrer nicht erkrankten Mitmenschen entspricht.

Welche Rolle spielt die Vererbung?

Sehr wahrscheinlich besteht eine erbliche Krankheitsbereitschaft, eine so genannte Disposition. Soweit man weiß, ist dafür nicht eine einzige Erbanlage verantwortlich, sondern eher eine Kombination von verschiedenen Erbanlagen. Bei der MS wird vermutet, dass ein Teil der Gene, die einen Menschen für MS „empfänglich“ machen, das Abwehr- oder Immunsystem steuern. Diese Hypothese wird durch die HLA, die Humane Leukozyten-Antigen-Typisierung der weißen Blutkörperchen untermauert. Aufgrund bestimmter vererbter immunologischer Merkmale können die weißen Blutkörperchen – die Leukozyten – des Menschen bestimmten Merkmalsgruppen, also Typen, zugeordnet werden. Dies nennt man Typisierung. Menschen, deren weiße Blutkörperchen die HLA-Merkmale A3, B7 und HDR2 tragen, haben offensichtlich ein 2 – 4fach erhöhtes Krankheitsrisiko für MS.

Was sind die Ursachen der MS

Die Ursache der MS ist nach wie vor nicht geklärt. Es ist anzunehmen, dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, damit es zur Erkrankung und zu ihrem Ausbruch kommen kann. Die Medizin nennt dies eine multifaktorielle Genese. Derzeit gewinnen Befunde über eine autoimmune Ursache zunehmend an Bedeutung. Möglicherweise in Folge einer Virusinfektion im Kindes- oder Jugendalter lesen Sie weiter




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