Jugendalter wird eine Immunreaktion angeregt, die später zu einer Entmarkungserkrankung führt. Normalerweise dient das Immunsystem mit dafür speziell ausgerüsteten Zellen dazu, den Körper vor Erregern wie Bakterien oder Viren und fremden Stoffen, also auch Organen bei Transplantationen, zu schützen. Gelegentlich kann in diesem komplizierten Ablauf eine Fehlregulation dazu führen, dass der Körper auch eigenes Gewebe als fremd deklariert und fatalerweise eine Immunreaktion gegen sich selbst richtet. Eine solche Reaktion spielt vermutlich bei der MS eine wesentliche Rolle. Man bezeichnet sie daher als Autoimmunerkrankung; „auto-“ bedeutet hierbei „gegen sich selbst“. Bestimmte weiße Blutkörperchen – die für die Immunüberwachung und –reaktion verantwortlichen Lymphozyten - werden aktiviert. Sie können die für das Gehirn spezifisch eingerichtete Barriere, die so genannte Blut-Hirn-Schranke, überwinden, sich in der Umgebung kleiner Venen ansammeln und zu einer Entzündung führen. Diese Entzündung, die mit einer Schwellung (ödem) verbunden ist, geht bei leichtem Ausmaß mit vorübergehenden Beeinträchtigungen einher. In schweren Fällen ist die Impulsleitung durch Zerstörung der Markscheiden an den Nervenfasern dauerhaft beeinträchtigt. Die aufgelösten Markscheiden werden von Fresszellen, den Makrophagen, abgeräumt. In begrenztem Umfang können die Markscheiden nach der Entzündung wieder aufgebaut werden. Voraussetzung für den Wiederaufbau ist der Erhalt der Nervenfaser, des Axons, um die das Mark wie eine Isolierschicht gewickelt ist. Gehen die Axone zugrunde, ist eine Wiederherstellung nicht möglich.

Welche Rolle spielen Infektionen?

Manche Forscher gehen davon aus, dass MS durch eine aus der Umwelt stammende Infektion ausgelöst – „getriggert“ – werden könnte. Bislang konnte allerdings keiner dieser Erreger in Zusammenhang mit MS gebracht werden. Man glaubt heute auch weniger, dass ein einzelner bestimmter Erreger MS auslöst. Manche Wissenschaftler vermuten, dass das Problem eher darin liegt, wie MS-empfängliche Personen auf banale Infektionen im Kinder- und Jugendalter reagieren.

Wie wird MS diagnostiziert?

Der normale Ablauf beginnt mit verschiedenen Untersuchungen beim Neurologen. Im Fall der Fälle muß man anschließend zu einer klinischen Untersuchung. Bei der Neurologischen Untersuchung werden verschiedene Funktionen getestet, so z.B.: Störungen der Berührungsempfindlichkeit, Sensibilitätsstörungen. Mit der Stimmgabel Vibrations- und Schmerzempfinden. Geh- und Standübungen um das Gleichgewicht zu testen. Koordinationsstörungen durch Knie-Hacke-Versuch und eine Reihe weiterer Untersuchungen. Zu den klinischen Untersuchungen gehört: Die Nervenwasseruntersuchung, die Lumbalpunktion. Im Nervenwasser kann festgestellt werde, ob ein entzündlicher Prozeß im Gehirn vorliegt. Magnetresonanztomographie (MRT) - mit dieser speziellen Untersuchung können Veränderungen am Gehirn sichtbar gemacht werden. Visuell und akustisch evozierte Potenziale - dabei werden optische Reize (Schachbrettmuster) oder akustische Reize ausgelöst und die Reaktionen darauf gemessen und weitere wie z. B. ein EEG. Auf alle Fälle ist zu sagen, eine MS ist nur mit vielen verschiedenen Untersuchungen zu diagnostizieren ist. Und dann ist es immer noch unsicher, weil eben keine Ursache bekannt ist.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.ms-info-board.de)




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