Folgen der MS

Obstipation (Stuhlverstopfung)
Durch die MS und durch unzureichende Bewegung kommt es oft zu einer Darmträgheit mit Verstopfung (Obstipation). Der Darmträgheit entgegenzuwirken, kann man mit ballaststoffreicher Kost (Kleie, Leinsamen, Vollkornbrot, Gemüse, Früchte) und mit einer Flüssigkeitszufuhr von ca. 2-3 Litern pro Tag. Verdauungsfördernde Speisen, wie Apfelmus, Sauerkraut oder Sauerkrautsaft, sollte man zu sich nehmen. Auch eine Bauchgymnastik oder Bauchmassagen können eine Hilfe sein.Ist die Bewegungsfähigkeit durch die MS stark eingeschränkt, lassen sich darmregulierende Medikamente nicht immer umgehen. Dieses sollte jedoch immer in Absprache mit dem Arzt geschehen. Das gilt auch für "natürliche" (pflanzliche) Abführmittel, wie z. B. Früchtewürfel. Weiterhin gibt es eine Reihe von probaten Hausmitteln, über die man sich direkt mit anderen Betroffenen unterhalten sollte, auch wenn es schwerfällt das Thema anzuschneiden.
Druckgeschwür / Dekubitus
Bei unzureichender Bewegung kann es zu Druckgeschwüren kommen, in denen unter Umständen Entzündungen entstehen können. Erste Anzeichen bei der Entstehung von Druckgeschwüren sind gerötete oder bläulich verfärbte und empfindliche Flecken auf der Haut. Meistens sind die Hautstellen betroffen, die auf der Unterlage aufliegen, besonders der Ellenbogen, das Steißbein, ansonsten alle Körperstellen, die direkten Kontakt mit dem Bett haben. Aus dem blauen oder roten Fleck können sich dann Bläschen oder Schwielen bilden, aus denen dann eine offene Stelle entstehen kann.Ein Druckgeschwür kann äußerst schmerzhaft sein, kann aber auch ohne Schmerzen enstehen. Vermeiden läßt es sich durch häufige Bewegung, durch eigene oder durch Hilfe von Pflegepersonen. Nur häufige Bewegung vermeidet Druckgeschwüre, daneben können verschiedene, spezielle Matratzen, Kissen und Polster verwendet werden. Wenn ein Druckgeschwür entstanden ist, bedarf es genauer pflegerischer Maßnahmen, die den Angehörigen von Fachkräften vermittelt werden sollte.
Bronchitis, Lungenentzündung, Thrombose
Durch zu wenig Bewegung können Krankheiten der oberen Luftwege und der Lunge (Bronchitis, Lungenentzündung) entstehen, außerdem kann es zu Thrombosen (Blutgerinsel in den Venen) kommen. Wichtigste Behandlung ist die Vermeidung durch aktive oder passive Bewegung (Krankengymnastik). Ist es zu einer tiefen Venenthrombose gekommen, so ist ein Krankenhausaufenthalt und eine spezielle Behandlung mit Medikamenten notwendig. Die Gefahr der tiefen Thrombosen sind Lungenembolien. Dabei löst sich das Blutgerinnsel aus den Beinvenen und gelangt in die Lunge. Sie kann lebensbedrohlich sein und muss in jedem Fall intensiv medizinisch behandelt werden.Die wichtigste und beste Behandlung ist auch hier die Vermeidung. Falls man es kann, sollte man so oft wie möglich aufstehen und herumgehen. Falls es nicht mehr alleine geht, sollte man um Hilfe bitten (wozu man sich ruhig öfter überwinden sollte).


