Fragen über MS

 
Fragen über MS

Ist MS erblich?

MS ist keine Erbkrankheit im eigentlichen Sinne, dass eine Krankheit aufgrund gestörter Erbanlagen von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben wird. Man kann jedoch davon ausgehen, dass eine vererbbare „Empfänglichkeit“ für MS an die Nachkommen weitergegeben wird. Diese kann das Auftreten von MS begünstigen, vor allem dann, wenn zusätzliche auslösende Faktoren dazu kommen. Für diese Theorie spricht, dass MS unter Familienangehörigen häufiger auftritt, als dem Zufall entsprechend zu erwarten wäre: Geschwister von MS-Patienten erkranken zwanzigmal, Eltern und Kinder zwölfmal und weiter entfernte Verwandte fünfmal häufiger als der vergleichbare Bevölkerungsdurchschnitt. Trotzdem ist das Erkrankungsrisiko für Kinder und Geschwister von MS-Betroffenen relativ gering. Mit 96 – 98%iger Wahrscheinlichkeit werden sie nicht an MS erkranken.

Was bedeuted EDSS/Kurtzke-Skala

Das wichtigste Hilfsmittel des Neurologen zur Beurteilung des Langzeitverlaufs eines MS-Patienten ist eine neurologische Beurteilungsskala. Die gebräuchlichste Beurteilungsskala ist die vom amerikanischen Neurologen Kurtzke entwickelte „Expanded Disability Status Scale“ (EDSS), die Sie nun hier sehen. Kurtzke-Skala/EDSS. Die EDSS, auch Kurtzke-Skala genannt, beruht auf dem neurologischen Untersuchungsbefund des Patienten und soll den Grad der Behinderung durch die MS widerspiegeln. Bei regelmäßiger Anwendung dieser Beurteilungsskala kann der Arzt feststellen, ob – und wenn ja, wie rasch – die Krankheit voranschreitet

Wer erkrankt an MS

Es erkranken vorwiegend jüngere Erwachsene im Alter von 20 bis 40 Jahren. Wie Sie dem Balkendiagramm entnehmen können, liegt der durchschnittliche Krankheitsbeginn um das 30. Lebensjahr. Selten erkranken Kinder oder ältere Erwachsene. Frauen erkranken mehr als Männer. Das Verhältnis beträgt 3 zu 2. MS kommt bei allen Rassen vor, eher jedoch bei Menschen mit weißer Hautfarbe. Das Auftreten der MS zeigt eine geografische Häufung. Die Karte zeigt Ihnen die weltweite Verteilung der Multiplen Sklerose. Das Erkrankungsrisiko ist in den gemäßigten Klimazonen der Erde, also in Nordeuropa, Nordamerika, Südostaustralien und Neuseeland, am höchsten und in den tropischen und subtropischen Regionen am niedrigsten. Dabei könnten sowohl erbliche als auch umweltbedingte Faktoren eine Rolle spielen.

Wie häufig ist MS?

Es wird geschätzt, dass weltweit bis zu 2,5 Millionen Menschen an MS leiden. Allein in Deutschland leben rund 120.000 Erkrankte, in österreich und der Schweiz jeweils etwa 10.000. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 3.000 bis 5.000 Menschen neu an MS. In österreich und der Schweiz sind es schätzungsweise jeweils 350 bis 400.

Wie ist der Krankheitsverlauf?

Der Verlauf ist uneinheitlich und die Art und Schwere der Beschwerden wie auch der folgenden Behinderungen ist nicht vorhersehbar. Bei den meisten Betroffenen kommt es jedoch zu einem schubhaften Krankheitsverlauf. Für den einzelnen Patienten ist es oft sehr belastend, nicht genau zu wissen, welcher Art und wie stark die Beschwerden sein werden und in welchem Ausmaß langfristig Behinderungen auftreten können.




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