Medikamente für MS

Immunglobuline (Handelsname z. B. Venimmun N ®)
Immunglobuline (z.B. Venimmun N ®) sind
Eiweiße im Blutplasma, die als Antikörper an den Immunreaktionen des Körpers teilnehmen. Sie können körperfremde Antigene erkennen und abwehren, indem sie diese in Form so genannter Antigen-Anitkörper-Komplexe binden oder neutralisieren. Immunglobuline werden schon seit vielen Jahren bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt, bei denen Veränderungen des Immunsystems eine Rolle spielen, ohne dass ihre genaue Wirkungsweise bekannt ist. Auch bei der MS wurden sie in hoher Dosierung versuchsweise schon früher intravenös verabreicht, worunter z. B. in der
Akutbehandlung schwerer Schübe Besserungen beobachtet wurden. Es ist allerdings noch nicht bekannt, ob eine Langzeitbehandlung mit Immunglobulinen dauerhaft den Verlauf einer MS beeinflussen kann. Über die Dosierung herrscht ebenfalls noch Unklarheit; so wurden Dosen zwischen 0,2 bis 4 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht eingesetzt.
Azathioprin (Handelsname z. B. Imurek ®)
Einige Untersuchungen konnten zeigen, dass eine
mehrjährige Therapie eine Abschwächung der Krankheitserscheinungen im Schub und eine Verringerung der Schubhäufigkeit bewirken kann. Diese Studien weisen zwar teilweise methodische Mängel wie geringe Patientenzahlen oder kein doppelblindes Design auf, auf der anderen Seite vertreten manche Fachleute aber die Auffassung, dass die schubvermindernde Wirkung von Azathioprin durchaus mit derjenigen der Interferone und von Copaxone vergleichbar ist. Azathioprin wird täglich als
Tabletten eingenommen, wobei die Dosis vom Arzt in Abhängigkeit von Veränderungen im Blutbild festgelegt wird.
Mitoxantron (Handelsname z. B. Ralenova ®)
Mitoxantron ist ein in der
Krebsbehandlung schon längere Zeit eingesetztes
Medikament. Bei der MS wird es in Abständen von etwa drei Monaten als Infusion verabreicht. Mitoxantron kann auch bei fortgeschrittener MS noch eine günstige Wirkung auf Schubrate und Zunahme der Behinderung haben und wird aus diesem Grund als Mittel der ersten Wahl zur so genannten Therapieeskalation bei der Behandlung ungünstiger Verlaufsformen angesehen.