Plasmapherese
Bei einem schweren Schub, der nicht ausreichend auf Kortison-Pulstherapien anspricht, kann eine zusätzliche Behandlung mit Plasmapherese erfolgen. Bei der Plasmapherese wird dem MS-Erkrankten eigenes Blut entnommen und das flüssige Plasma und die Blutzellen werden in einer Zentrifuge getrennt. Das Plasma des Patienten wird entnommen und durch fremdes Plasma oder humanes Albumin ersetzt. Der MS-Erkrankte erhält dann eine Transfusion seines "gereinigten" Blutes (Blutwäsche). Das kann mehrere Male wiederholt werden. Dahinter steht die Vorstellung, dass die Substanzen, welche das Myelin verändern und/oder die Nervenleitfähigkeit mindern, so entfernt werden. Die Plasmapherese gilt bei schweren steroid (Kortison-)resistenten Schüben als eine mögliche Therapie-Alternative.Cyclophosphamid
Wie Mitoxantron ist es ein Zytostatikum. Zur MS-Therapie mit Cyclophoasphamid. Der Einsatz des Chemotherapeutikums wird bei Versagen der anderen Therapieoptionen empfohlen, um in besonders schweren und rasch fortschreitenden Fällen einem drohenden Verlust der Gehfähigkeit entgegenzuwirken. Die Therapie erfolgt in Abständen von vier bis sechs Wochen. Eine hohe Einmaldosis kann erhebliche Nebenwirkungen hervorrufenzum, daher kann sie in drei Einzeldosen pro Tag aufgeteilt werden. Mögliche Nebenwirkungen sind: Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, eine mit Blutungen einhergehende Entzündung der Harnblase, Knochenmarksdepression, Haarausfall, Unfruchtbarkeit sowie ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen der ableitenden Harnwege. Die Therapie sollte in enger Zusammenarbeit zwischen einem Arzt mit Erfahrungen in der Chemotherapie und einem MS-Zentrum erfolgen.Tysabri
Eine neue Möglichkeit zur Behandlung der Multiplen Sklerose ist der Wirkstoff Natalizumab (Tysabri). Bei dem Medikament handelt es sich um ein intravenös verabreichtes Antikörper-Präparat, dessen Wirkung darauf beruht, die Wanderung potentiell schädigender Immunzellen aus dem Blutstrom in das Gehirn und Rückenmark auszuschalten. Der Antikörper bindet sich dabei an ein auf der Zelloberfläche befindliches Eiweiß, das den Transport von Immunzellen über die Blut-Hirnschranke regelt. Inzwischen ist Tysabri auch auf dem deutschen Markt. Geeignet ist sie für Erkrankte, die trotz Anwendung von ß-Interferon an hoher Krankheitsaktivität leiden oder bei denen die MS in Schüben rasch voranschreitet.(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.muskl.de)


