die manifeste MS-Erkrankung 25%. Bei zweieiigen Zwillingen liegt sie dagegen nur bei 2% und entspricht damit dem allgemeinen Erkrankungsrisiko von Geschwistern. Die Empfänglichkeit für MS ist signifikant assoziiert mit dem HLA-DR2-Allel. Bis zu 70% der MS-Betroffenen weisen diesen HLA-Typ auf, im Gegensatz zur gesunden Bevölkerung mit nur 25%. Dennoch spricht vieles dafür, daß die MS nicht unbedingt durch Erbfaktoren begünstigt wird, sondern durch gemeinsame MS-begünstigende Umweltfaktoren für Familienangehörige in der Kindheit.

Stoffwechseltheorie

Diese Theorie besagt, daß ein angeborener Fehler beim Einbau der ungesättigten Fettsäuren in das Myelin MS verursachen könnte.

Epidemiologie - Umweltfaktoren

Die Prävalenzrate von MS zeigt eine interessante geographische Verteilung. Auf der Nordhalbkugel sinkt die Prävalenzrate von Norden nach Süden ab, auf der Südhalbkugel gibt es ein Süd-Nord-Gefälle. Es gibt einige Völker, bei denen MS überhaupt nicht vorkommt (z.B. die Bantu). In den USA erkranken im selben Wohnort Schwarze und Orientale sehr viel seltener als Menschen nordeuropäischer Herkunft. Emigrationsstudien aus Israel zeigen, daß das Erkrankungsrisiko des Gastlandes bei einer Emigration vor dem 15. Lebensjahr erworben wird. Nach dem 15. Lebensjahr bleibt das Risiko des Herkunftlandes erhalten. Nach einer intensiven Suche nach Umweltfaktoren scheint hier eine Slow-Virus-Infektion oder Sensibilisierung vor dem 15. Lebensjahr die beste Erklärung dieser Befunde.

Einige Wissenschaftler halten es für gesichert, daß es einen pathogenetisch relevanten Faktor gibt, der in einer kritischen Phase vor der Pubertät wirksam wird. Die Kindheit wird als "window of susceptibilty" bezeichnet. Interessant sind zu diesen epidemiologischen Ergebnissen die Interpretationen anderer Wissenschaftler, die entweder auf die mit der Prävalenzratenverteilung einhergehenden kulturellen Unterschiede hinweisen (besonders das Unterdrücken von Gefühlen), oder die Hypothese aufstellen, daß gesellschaftliche Normen, wie sie der Sittenkodex tradierter protestantischer Religionsformen prägen, ein wesentliches Element der Pathogenese bei MS darstellen könnten.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.lebensnerv.de)




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