MS, ekelhafte Krankheit?

 
MS, ekelhafte Krankheit?

Die Aufgabe des Myelins

Obwohl im Gehirn und im Rückenmark zahlreiche biochemische Reaktionen ablaufen, besteht ihre Hauptaufgabe darin, elektrische Signale auszulösen, die verschiedene Körperfunktionen anregen und steuern. Diese Botschaften werden sehr effizient und effektiv an ihre Ziele übermittelt, denn das gesamte System wird gut vom Myelin isoliert und geschützt, das die Nerven umhüllt und gewährleistet, dass die elektrischen Impulse auf ihrem Weg durch die Nervenbahnen kaum Informationen verlieren. Das Myelin im Gehirn und im Rückenmark wird von einem spezifischen Zelltyp gebildet, den man Oligodendrozyt nennt. Sowohl Oligodendrozyten als auch Myelin sind bei dem MS geschädigt, und darunter leidet manchmal auch der Nerv unter dem Myelin (Axonschaden). Wenn das kranke Myelin hart und narbig wird, entsteht eine Plaque, die elektrische Impulse kurzschließen. Zu diesem Zeitpunkt verschwinden auch die Myelin bildenden Oligodendrozyten. Das periphere Nervensystem (PNS) ist für die Übertragung von elektrischen Impulsen zwischen Rückenmark und Muskeln einschließlich Arm- und Beinmuskeln - zuständig. Dieses System enthält ebenfalls Myelin, obwohl es aus einem anderen Zelltyp besteht, nämlich aus Zellen, die von MS offenbar nicht betroffen sind. Eine Schwäche der Arme oder Beine ist zwar bei MS nicht ungewöhnlich, aber das Problem liegt im zentralen Leitungssystem (Gehirn und Rückenmark), nicht in den peripheren Nerven, die vom Rückenmark ausgehen.

Symptome der Multiplen Sklerose

Die typischen Merkmale der MS sind ein Beginn zwischen dem 15. und 50. Lebensjahr. Die Krankheit verläuft meist in Schüben (Besserungen und neues Aufflammen) und fast immer sind mehrere verstreute Bereiche in ZNS betroffen.

Da verschiedene Bereiche des Gehirns und des Rückenmarks für verschieden Bewegungen und Wahrnehmungen zuständig sind, hängen die Folgen einer vernarbten Stelle vom exakten Ort der Schädigung (Läsion) ab. Ist beispielsweise das Myelin an einer bestimmten Stelle im Kleinhirn geschädigt - also in dem Gehirnteil, die koordinierte Bewegungen ermöglicht -, wird eine Koordination schwierig. Da die Symptome davon abhängen, wo sich die Narbe im ZNS befindet, stimmen die Krankheitszeichen bei unterschiedlichen Patienten fast nie überein. Bei Kranken sind vielleicht der Gang und das Sehvermögen leicht gestört, während ein anderer unter dem vollständigen Verlust der Sinneswahrnehmung und der Beweglichkeit (Mobilität) leidet.




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