MS: Was ist ein Schub?

 
MS: Was ist ein Schub?Bei den meisten Betroffenen verläuft die MS in Krankheitsschüben. Von einem Schub spricht man, wenn Krankheitszeichen entweder neu oder bekannte wiederholt auftreten, sich vorhandene verstärken oder länger als 24 Stunden andauern. Definitionsgemäß soll der Abstand zu einem vorangegangenen Schub mindestens einen Monat betragen. Beschwerden entwickeln sich meistens innerhalb von Tagen, halten drei bis vier Wochen an und nehmen danach über einen Zeitraum von einem Monat wieder ab. Für die Rückbildung eines Schubes lässt sich folgende Faustregel aufstellen, die Sie hier auch grafisch sehen: Bei der Hälfte aller MS-Patienten bildet sich der Schub komplett zurück, bei einem Viertel nur teilweise oder gar nicht. Vorübergehende Symptome, zum Beispiel im Rahmen einer fieberhaften Infektion oder bei Erhöhung der Körpertemperatur zum Beispiel durch Sauna, bezeichnet man nicht als Schub. Sie sind nur als funktionelle Verschlechterungen zu werten, die sich sofort – beispielsweise nach Abkühlung – wieder zurückbilden. Man nennt dies Guthoff-Phänomen.

Bei 50 - 60% aller Betroffenen treten zu Beginn wiederkehrende Schübe mit jeweils kompletter Rückbildung auf. Diesen Verlauf findet man insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Schubrate ist recht unterschiedlich und anfangs nicht vorhersehbar. Große Statistiken geben 0,2 bis 1,15 Schübe pro Jahr an, der Durchschnitt liegt bei 0,8. Im Allgemeinen ist die Schubrate in den ersten 5 Jahren und insbesondere im ersten Jahr nach Beginn der Erkrankung am höchsten und nimmt im weiteren Verlauf spontan ab. ältere Patienten erleben meist überhaupt keine Schübe. Statt dessen nehmen die Behinderungen von Beginn an schleichend zu. Bei dieser Form von MS stehen häufig Symptome, die vom Rückenmark oder Kleinhirn ausgehen, im Vordergrund.

Während eines Schubs entstehen im ZNS ein oder mehrere neue Plaques oder vorbestehende Plaques werden reaktiviert. Die Ursachen und Auslöser von Schüben sind nicht bekannt. Bisher konnte kein ursächlicher Zusammenhang zwischen psychischen Belastungen wie Eheproblemen, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, Verletzungen oder Operationen und einem neuen Schub bewiesen werden.




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