Was ist MS?

 
Was ist MS?

Multiple Sklerose - medizinische Informationen

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine Entzündung des Zentralnervensystems, die verstreut an vielen Stellen (multiple=vielfach) auftreten kann. Durch die Entzündungen entstehen Narben, diese führen zu mehr oder weniger ausgeprägten Funktionsstörungen. Die dabei entstehenden Symptome sind: Bewegungsstörungen beim Gehen und Hantieren, stellenweiser Sensibilitätsverlust, Gleichgewichtsstörungen, schnelle Ermüdbarkeit, Mastdarm-, Blasenstörungen etc. Hinzu kommen oftmals Störungen des Sehvermögens sowie Behinderungen Sprechens.

Das Durchschnittsalter zu Beginn der Erkrankung liegt zwischen 20 und 40 Jahren. Der Verlauf der MS ist unvorhersehbar. Die Krankheit verläuft manchmal gleichmäßig fortschreitend (=progredient), meist aber in Schüben, die sich zu Beginn der Krankheit zeitweilig zurückbilden. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß es keinesfalls zwei MS-Betroffene gibt, die denselben Verlauf haben. MS-Patienten sind zu zwei Dritteln Frauen. Zu etwa 40 % sind MS-Betroffene auf Hilfsmittel wie Stützen, Rollstuhl etc. angewiesen. Rund 30-40% der MS-Betroffenen haben einen guten Verlauf: Patienten und Patientinnen können über viele Jahrzehnte hinweg ein ,,normales" Leben führen und berufstätig sein. Die Anzahl der MS-Betroffenen in der Bundesrepublik wird auf etwa 120.000 geschätzt. Die Ursache der MS ist medizinisch noch nicht geklärt.

Definition und Pathogenese

Im klinischen Wörterbuch wird MS als "primär entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems mit herdförmiger Entmarkung" definiert. Die MS ist eine Erkrankung, die das Gehirn und das Rückenmark befällt. Das Gehirn ist wie eine Schaltzentrale, in der Signale zum Körper gesendet werden, die ihm sagen, was er tun soll. Im Zentralnervensystem gibt es über 20 Milliarden Nervenzellen, die untereinander durch eine noch viel größere Zahl von Leitungsbahnen verbunden sind. Jede einzelne besteht aus einem zentralen Teil, dem Achsenzylinder, der spiralig von einer feinen Membran, der Markscheide umwickelt ist. Die Struktur der Markscheide wird von einer Stützzelle, der Oligodendrogliazelle, produziert. Ein Hauptbestandteil der spiraligen Markscheide ist das Myelin. Wenn die Markscheiden durch einen Krankheitsprozeß zerstört werden, spricht man von einer Entmarkungskrankheit oder einer Demyelinisation. Im Anfangsstadium der MS kommt es zunächst in der Umgebung von zahlreichen winzigen Blutgefäßen des Zentralnervensystems zu einer förmlichen Aussaat von Entzündungsherden, die sich ausdehnen und zum Teil zu größeren Entmarkungsherden zusammenfließen. Die Markscheiden werden dabei zerstört (demyelinisiert). Da sich der entzündliche Prozeß im Gehirn (Encephalon) und im Rückenmark (Myelon) abspielt und da die Entzündungsherde zahlreich und verstreut sind (disseminiert), spricht man von einer "disseminierten Encephalomyelitis". Das Endstadium der meistens zahlreichen (multiplen) Entmarkungsherde sind Narben (Sklerose)=multiple Sklerose. Der Charakter der Störungen, welche durch die Entmarkungsherde entstehen, hängt von der Lokalisation der Entmarkungsherde im Zentralnervensystem ab.




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