es weniger die Materialien selbst, welche zu einem Verlust führen, sondern folgende Punkte:
- eine schon bestehende Zahnfleischerkrankung mit Alveolarknochenverlust. Ob mit oder ohne Brücke: Die Pfeilerzähne wären immer irgendwann verloren gegangen, wobei die Mehrbelastung durch eine Brücke derartige Prozesse noch beschleunigen kann
- mangelnde oder falsche Mundhygiene; siehe vorigen Punkt
- ein Wurzelkanal-behandelter ("toter") Zahn als Brückenpfeiler:Derartige Zähne haben generell eine verminderte Lebenserwartung. Erfahrungswerte gehen von etwa 10 Jahren aus - aber auch hier gibt es starke Abweichungen nach oben und unten
- starkes Knirschen und Pressen
- aus falscher Sparsamkeit wurden zu wenige Pfeiler in die Brücke einbezogen, es kommt zu einer Überbelastung der Pfeilerzähne
- unzulängliche technische und zahnärztliche Arbeit: dies besonders dann, wenn der Abschluss Krone-Zahn ( Kronenrand) mangelhaft ist oder die Indikation für eine Brücke überhaupt nicht gegeben war
Liegen keine besonderen Risiken vor, so kann besonders festsitzender Zahnersatz sehr
lange halten - dem Autor sind selbst Fälle bekannt, wo dies über 30 Jahre der Fall ist. Wissenschaftliche Studien zur Haltbarkeit - besonders untereinander vergleichbare - sind dem Autor nicht bekannt; Standards in der Beurteilung existieren nicht. Einen Anhaltspunkt für Deutschland liefert eine umfangreiche Studie bei
festsitzendem Zahnersatz (Kronen, Brücken) von Prof. Kerschbaum (Köln, 2000), welcher 34.000 Rechnung einer privaten deutschen Krankenversicherung (DKV) in einer repräsentativen Stichprobe über
25 Jahre (1974 - 1999) ausgewertet hat. Pro Patient wurde dabei nur eine Brücke/Krone analysiert, um die Unabhängigkeit der Auswertung zu gewährleisten. Insgesamt wurden 4.363
Kronen und 1.664 Brücken analysiert. Als Zielkriterium galt: Erneuerung der Kronen und Brücken bzw. der Verlust des Pfeilerzahns = Misserfolg in dieser Zeit. Die Studie sagt nichts darüber aus, ob der Zahnersatz nach fachlichen Kriterien (welchen?) noch in Ordnung ist: