Check Deinen Speck!

 
Check Deinen Speck!Essen wird neu erfunden. Während traditionelle Ärzte und Ratgeber noch immer raten, möglichst viele Kohlehydrate als Nahrungsbasis zu nehmen, haben moderne Wissenschafter erkannt: es sind Nudeln, Brot und Kartoffel, die uns dick machen. Die ganze Welt scheint vom Schlankheits- und Fitnesswahn besessen, doch die Menschen werden immer dicker. Die Ursachen sind hausgemacht: Wir haben im Laufe der letzten Jahrhunderte eine Umwelt geschaffen, in der wir immer weniger Energie verbrauchen, essen aber immer mehr als nötig. Um die epidemische Verbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit zu stoppen, suchen Wissenschaftler seit Jahrzehnten nach Lösungen. Bisheriges Dogma: fettreiche Kost ist die Hauptursache für Übergewicht. Kohlenhydrate hingegen machen angeblich schlank und fit. Folgerichtig empfehlen Ärzte rund 60 bis 70 Prozent der Kalorien in Form von Kohlenhydraten zu verzehren.

Mittlerweile fürchten fast alle Braten, Speck, Obers, Butter und Käse und verschlingen tonnenweise stärkereiches Getreide, Reis und Kartoffeln und daraus hergestellte raffinierte Produkte. Hinzu kommt Zucker und mit Zucker Gesüßtes. All dies gibt es in tausenden Variationen an jeder Ecke 24 Stunden am Tag für ganz wenig Geld: Baguette und Brezeln, Cola und Cookies, Kuchen und Keks, Pizza und Pommes. Über Millionen von Jahren hat sich der Mensch in einer Umwelt entwickelt, die von Nahrungssuche geprägt war. Erst mit der Erfindung des Ackerbaus vor wenigen tausend Jahren standen Kohlenhydrate in größerem Maße zur Verfügung. Im Verhältnis zur Zeitspanne, in der die Evolution uns zum Homo sapiens machte, ist das wie ein Lidschlag im Zeitraum eines Tages. In all den Jahrhunderttausenden zuvor sammelte man in fruchtbaren Zeiten Beeren und wilde Früchte, Pilze und Nüsse. Und man jagte kleines und großes Getier: Fleisch war hoch begehrt und dominierte die Kost, während Kohlenhydrate immer knapp waren. So war die Essensbeschaffung und -zubereitung immer mit viel Mühe und Bewegung verbunden. Und was es zu essen gab, bestimmte nur die Umwelt. Klarerweise passte sich die genetische Ausstattung des Menschen an diese Umwelt an: so wurde der Mensch mit speziellen Funktionen versehen, um in einer kohlenhydratarmen Welt zu bestehen.

Ausgerechnet Kohlenhydrate sind aber zur Hauptnahrung in der industrialisierten Welt geworden. Doch unsere Gene haben nicht den Hauch einer Chance gehabt, sich dieser biologisch überstürzten Entwicklung anzupassen. Sie funktionieren immer noch wie zu Urzeiten. Und das bekommt uns heute schlecht. Es ist die "Wohlstandsfalle": Zuviel essen, falsch essen und sich dazu nicht mehr bewegen. Der deutsche Ernährungswissenschafter Nicolai Worm bringt die Probleme auf den Punkt: „Kohlehydrate machen Hunger – sie verführen dazu, mehr zu essen und damit mehr Kalorien aufnehmen, als wir brauchen. Auch Schweine werden nicht mit Fett, sondern mit Getreide gemästet, damit sie möglichst schnell dick werden. Daran ist das Masthormon Insulin schuld. Es wird beim Konsum von Kohlehydraten vermehrt ausgeschüttet, hemmt gleichzeitig die Fettverbrennung lesen Sie weiter




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