Gentechnik gegen Hunger ?

 
Gentechnik gegen Hunger ?Mit ihrem angeblichen Kampf gegen Hunger rechtfertigen Agrokonzerne wie Monsanto oder Syngenta den Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut in der Dritten Welt. Dieses Argument schieben sie in der Debatte um die Gentechfrei-Initiative immer wieder vor. Die Gentech-Industrie, die sich philantropisch des Hungerproblems annimmt? Weit gefehlt. Der Gentech-Industrie geht es vielmehr um neue Absatzmärkte. Wenn sich die Gentechnik in der Landwirtschaft durchsetzt, werden künftig noch mehr Menschen hungern. Im Land von Syngenta, wie auch im übrigen Europa, wollen die wenigsten Bauern und Konsumentinnen etwas von Gentech-Food wissen. Es bilden sich sogar zahlreiche gentechfreie Zonen wie das Tessin, die Toscana oder Oberösterreich. Die Multis wittern Chancen für neue Absatzmärkte in der Dritten Welt, etwa in Indien, Guinea-Bissau und Tansania.
Gentech für die "Dritte Welt"

Beispiel gefällig? Vor rund zwei Jahren bewilligte die indische Regierung den Anbau von gentechnisch veränderter Bt-Baumwolle. Mittlerweile wird diese Monsanto-Pflanze in Indien auf über 1,25 Millionen Hektaren angebaut - und die Erfahrungen der Produzenten lassen Schlimmes befürchten. Die Versprechen der Hersteller, die Bauernfamilien könnten dank dem teuren und patentierten Saatgut eine größere Ernte einfahren, haben sich laut unabhängigen Studien nicht bewahrheitet. Im Gegenteil - manchen Bauern droht der Ruin.
Das patentierte Gentech-Saatgut müssen die Landwirte für jede Aussaat neu kaufen, was sie von Saatgutfirmen aus den Industrienationen abhängig macht - eine neue Art Kolonialisierung zeichnet sich ab. In der Dritten Welt dient häufig ein Teil der Ernte als Saatgut fürs nächste Jahr. Kommt hinzu: Entgegen den Behauptungen der Befürworter nimmt der Chemie-Einsatz nur zu Beginn ab. Mittel- und langfristig steigt er auf Gentech-Feldern an, wie lesen Sie weiter




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