Die chemischen Produkte können sich die Menschen in der Dritten Welt nur in Ausnahmefällen leisten. Denn in den Entwicklungsländern leben nach wie vor bis zu 80 Prozent der Menschen als Kleinstproduzenten von weniger als einem Hektar Land. Die Gentech-Landwirtschaft ist auf die industrielle Bewirtschaftung großer Monokulturen ausgerichtet. Ziel und Zweck ist es, Arbeitskraft und Zeit zu sparen. Doch gerade darüber verfügen die Bauern in der Dritten Welt reichlich. Wie rasch die Gentech-Landwirtschaft die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verdrängt, läßt sich am Beispiel Argentinien ablesen: Der Anbau von transgener Soja beschleunigte den landwirtschaftlichen Konzentrationsprozess massiv, Zehntausende Kleinbetriebe gingen ein. Die Bauern wanderten ab und blieben auf der Suche nach Arbeit in den Slums der Vorstädte hängen. Ein Auskommen fanden sie dort nicht. Die Bauernfamilien erwarteten Mangelernährung, Langeweile und fehlende Perspektiven.
Alternativen zur Gentech-Landwirtschaft existieren wohl. Angepasste ökologische Landwirtschaft heißt das Stichwort. Diese ist günstig und auch in der Dritten Welt gang und gäbe.
Das Nebeneinander von konventioneller Landwirtschaft und Gentech- Feldern ist auf Dauer «kaum realisierbar». Zu diesem Schluss kommt das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick. Die Umsetzung von Freisetzungsvorschriften - sofern vorhanden - ist sehr teuer, und nutzlos: In Westkanada wächst kein biologischer Raps mehr. Wenn nicht mal Kanada in der Lage ist, das ursprüngliche Saatgut gentechfrei zu erhalten - wie soll das ein Bauer in einem Entwicklungsland schaffen, der über weit weniger Ressourcen verfügt? Kein Wunder, lehnen viele Entwicklungsländer die Gentechnologie in der Landwirtschaft ab. Sie wollen keine gentechnisch veränderten Organismen, sei es als Nahrungsmittelhilfe oder als Saatgut.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:www.initiative.cc)


