Indikation für eine Eisentherapie

 
Indikation für eine EisentherapieJede Form eines nachgewiesenen Eisenmangels (Eisenmangelanämie, Speicher-Eisenmangel) sollte mit einer oralen Eisentherapie behandelt werden. Ein erniedrigter Serum-Ferritin-Wert (normal 35-235 µg/L) zeigt erniedrigte Eisenreserven an. Ein Serum-Ferritin < 12 µg/L gilt als sicheres Zeichen vollständig entleerter Eisenspeicher.

Bioverfügbarkeit von Eisenpräparaten

Entscheidend für die therapeutische Wertigkeit eines Eisenpräparates ist die Bioverfügbarkeit. Die Resorptionsquote von Eisen ist beim Menschen relativ begrenzt. Aus einer gut bioverfügbaren Eisenpräparation von 100 mg Fe(II) wird bei normalen Eisenreserven 7-8 mg, bei erschöpften Eisenspeichern ca. 15 mg und bei Eisenmangelanämie maximal 25 mg Fe resorbiert.

Aufgrund der komplexen Chemie von Eisenionen bei den pH-Werten des Darmtraktes ist je nach Zusammensetzung und Galenik der verschiedenen Eisenpräparaten eine unterschiedliche Bioverfügbarkeit zu erwarten. Es sollten deshalb nur Eisenpräparate verwendet werden, deren gute Bioverfügbarkeit bzw. gute therapeutische Wirksamkeit in Studien eindeutig nachgewiesen wurde.

Applikationsform

Nach übereinstimmender Meinung ist die parenterale Anwendung (i.m., i.v.) problematisch (z.B. Gefahr von schweren Nebenwirkungen wie anaphylaktischer Schock) und weist gegenüber der oralen Gabe von Eisen keinerlei Vorteile auf. Diese Applikationsform sollte deshalb nur den relativ seltenen Fällen mit schwerem Eisenmangel vorbehaltenen bleiben, bei denen eine verordnete orale Eisentherapie nachgewiesenermaßen unwirksam ist. Bei schwangeren Frauen ist eine parenterale Eisentherapie aus Sicht des Autors prinzipiell abzulehnen.




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