Mutter- und Kuhmilch: vergleich
Die Muttermilch enthält weniger Proteine (Eiweiss) und mehr Kohlenhydrate, d.h. Milchzucker. Milchzucker begünstigt die Aufnahme des Kalziums aus dem Darm. Dies ist wichtig, da in der Muttermilch nur ein Drittel des Kuhmilch-Kalziums ist. Trotzdem ist Kuhmilch für den erwachsenen Menschen eine schlechtere Kalzium-Quelle, weil sie im Verhältnis zu Kalzium fast doppelt so viel Phosphor hat. Natürlicherweise trinken sowohl Säuglinge wie Kälber die Milch frisch von der Quelle. Schon das milde und kurze Pasteurisieren (kurze Erwärmung auf 60-85o um die Gärungsbakterien abzutöten) löst das an verschiedene organische Stoffe gebundene Phosphat aus. Das freie Phosphat bildet jedoch mit Kalzium, Magnesium und Eisen schwer lösliche und schwer resorbierbare (zur Aufnahme fähige) Salze, die im Stuhl ausgeschieden werden. Abgesehen davon unterliegt die Aufnahme des Kalziums einer komplizierten Regulation und der menschlichen Darm nimmt nicht einfach die ihm angebotene Menge.Milchzucker begünstigt auch Wachstum von milchzuckerverarbeitenden Darmbakterien, die für die Funktion und Immunabwehr des Darmes und des ganzen Körpers wichtig sind. Das Milcheiweiss enthält viel Schwefel (-haltige Bausteine, Aminosäuren), der für Aufbau des wachsenden Organismen wichtig ist. Im Käse sind diese Eiweisse angereicht. Ein nicht mehr wachsendes Wesen braucht aber nicht mehr so viel Schwefel und scheidet ihn aus, was zur Verschiebung des Säre-Basen-Haushaltes Richtung Säure beiträgt. Das bei der Bereitung von Käse freigesetzte Phosphat, wie oben erwähnt, bindet das Kalzium, sodass auch der Käse keine geeignete Quelle für Kalzium ist. Umgekehrt, das viele Phosphat laugt das Kalzium aus der Knochen aus und trägt zur Verarmung des Körpers an basischen Stoffen bei und belastet als Säure zusätzlich den Säure-Basen-Haushalt.
Kuhmilch und Milchzucker sind auch häufige Gründe, Auslöser von Allergien und Unverträglichkeiten. Für ihre Entstehung bei gestillten Kindern ist das Verhältnis von Omega-3 und Omega-6 ungesättigten Fettsäuren in der Muttermilch wichtig.. Rezepte für das Kochen bei verschiedenen Nahrungsmittelallergien und –Intoleranzen enthält das Buch von K. Buchart und Mitarbeiterinnen „Nahrungsmittelallergie. Ein Faden für Betroffene.“. (Bitte nicht verwechseln mit unserer Rezeptsammlung, die der Rotation, der Behandlung und der Vorbeugung dient.)
Zusammenfassend kann man sagen:
- Muttermilch ist die geeignetste Ernährungsquelle für Säuglinge. Falls man nicht genug hat, soll man anverdaute (hydrolysierte) Kuhmilchprodukte verwenden, vor allem in Allergikerfamilien.
- In der Menschheitsgeschichte gab es noch nie so viel Milch und Milchprodukte wie jetzt in den Wohlstandsgesellschaften .Man soll Milch und Milchprodukte nicht in grösseren Mengen dauernd konsumieren, sondern mit ihnen rotieren. Sonst riskiert man verschiedene Formen der Allergien und / oder verschiedene Krankheiten als Folge der Übersäuerung.


