Symptome von Magersucht: wann spricht man von Untergewicht?

 
Symptome von Magersucht: wann spricht man von Untergewicht?

Symptome

  1. Ab einem BMI von unter 17,5 spricht man von Untergewicht. Der BMI (Body-Mass-Index) wird berechnet aus dem Körpergewicht (gemessen in Kilogramm), geteilt durch die Körpergrösse im Quadrat (gemessen in Metern). Für Kinder und Jugendliche gelten altersabhängige Grenzwerte für das unterdurchschnittliche Gewicht und den BMI. Die Normalwerte können aus separaten BMI-Kurven für Mädchen und Knaben abgelesen werden.
  2. Starke Ängste vor einer Gewichtszunahme oder davor dick zu werden, trotz bestehendem Untergewicht.
  3. Störung der eigenen Körperwahrnehmung hinsichtlich Umfang, Grösse und Form. Die Betroffenen berichten, dass sie sich auch bei Untergewicht zu dick fühlen, oder sie sind überzeugt davon, dass Teile des Körpers (meist der Bauch, die Oberschenkel und das Gesäss) zu dick sind, obgleich ein offensichtliches Untergewicht besteht.
  4. Das Ausbleiben von mindestens 3 aufeinanderfolgenden Menstruationszyklen (Amenorrhoe) bei Frauen, bei Männern Rückgang des Sexualtriebes mit zunehmendem Erlöschen sämtlicher sexueller Aktivitäten inkl. der Selbstbefriedigung.
  5. Ess-/ Brechanfälle bei der binge-purge-Form der Anorexie. Bei der restriktiven Form der Anorexie kommen keine Ess-/ Brechanfälle vor.

Was erleben die Betroffenen

  1. Die Härte und Kantigkeit des knochigen Körpers wird als Schutz gegen Auflösung erlebt.
  2. Die Knochen werden als das Stabile, das Überdauernde, das Fleisch als das Unzuverlässige, Schwammige betrachtet.
  3. Innere Gefühle sind bedrohlich und erzeugen panische, von aussen schwer nachvollziehbare Ängste.
  4. Essen wird als Versagen, Schwäche des Körperlichen erlebt.
  5. Die Körperwahrnehmungsstörung führt dazu, dass der Körper nach Verzehren von auch nur wenig Nahrung als monströs aufgeblasen erlebt wird.

Körperliche Beeinträchtigung als Folgen des Untergewichts Müdigkeit

  1. Muskelschwäche
  2. Schwindel
  3. Tiefer Blutdruck
  4. Langsame Herzfrequenz (Bradykardie)
  5. Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herztod
  6. Niedrige Körpertemperatur
  7. Bauchschmerzen
  8. Verstopfung
  9. Kalte Hände
  10. Trockene Haut
  11. Haarausfall
  12. Lanugobehaarung (Wachsen ganz feiner Haare am Körper)
  13. Verformung der Nägel
  14. Blutarmut
  15. Elektrolytstörungen
  16. Nierenfunktionsstörungen
  17. Wassereinlagerung im Gewebe
  18. Hormonstörungen
  19. Knochenstoffwechselstörungen (Osteoporose)
  20. Nervenschädigungen
  21. Hirnschwund
    u.a.
Das Untergewicht verändert nicht nur das äussere Gleichgewicht des Körpers. Das Untergewicht verändert auch die wichtigsten inneren Lebensfunktionen und stört das innere Gleichgewicht, so dass die Betroffenen nicht nur auf Grund der psychischen Erkrankung als solcher in ihrem Funktionieren beeinträchtigt sind, sondern auch durch die Eigendynamik des Körpers mit Veränderung der Gefühle, der Wahrnehmung und der Konzentrationsfähigkeit, die durch das Untergewicht ausgelöst wird.

Copyright Text © E. Toman 2001-2002




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