Fischöl in «Reform»-Teigwaren!
Immer mehr Produkte enthalten Extrakte aus Tierkörpern. Oft ist dies aus der Deklaration nicht direkt ersichtlich. Durch die Medien als sehr gesund hochgejubelt, hält vor allem die von Fischen stammende Omega-3-Fettsäure immer mehr Einzug in verschiedensten Produkten.«Uns ist die Fleischeslust schon vor 60 Jahren vergangen!»
So warb die Firma Morga AG an Ihrem Stand an der Natura-Messe. In ihrer Werbung wird diese Werbeaussage immer wieder mit dem Zusatz «Rein pflanzlich, seit 1930» bekräftigt. Deshalb erstaunt es um so mehr, dass auch diese, im Reformwarengeschäft tätige Firma, nun ein Produkt auf den Markt gebracht hat, das Fischöl (genauer: Omega-3-Fettsäuren) enthält. Das Produkt heisst «Val Farella Pasta di Sesamo». Diese Teigwaren werden immerhin nicht im morgaüblichen Design verkauft, so dass es sich vom üblichen Morgasortiment abhebt, dennoch ist eine solche Entwicklung sehr zu bedauern.
Natürlich ist Morga bei weitem nicht die einzige Firma, die solche Zusätze verwendet (Weleda gehört z.B. auch dazu), jedoch würde man es bei ihr am wenigsten erwarten. Ein weiteres Beispiel ist ein «Fruchtsaft» der Reihe «Actilife» der Migros. Im «Actilife Soleil» befindet sich ebenfalls dieses Fischöl. Allerdings muss man der Migros zugute halten, dass sie dies nicht hinter dem Begriff Omega-3-Fettsäure versteckt, sondern auf der Packung erwähnt, dass Fischöl zugesetzt wurde (ohne Lupe allerdings kaum zu entziffern). Bei den Teigwaren der Morga muss man selbst herausfinden, woher die Omega-3-Fettsäuren stammen könnten.
Was hat es mit diesen Omega-3-Fettsäuren auf sich?
Aus einigen Studien wurde bekannt, dass Personengruppen, die viel Fisch konsumieren (z.B. Bewohner von Küstenregionen) weniger an Herzinfarkt litten als andere Personen mit geringerem Fischkonsum. Da man aus der Vermutung, dass ein Zusammenhang zwischen Fischkonsum und Herzinfarktrisiko bestehen könnte, noch kein riesen Geschäft machen kann, wurde natürlich weiter geforscht, um herauszufinden, welcher Stoff im Fisch dafür verantwortlich sein könnte.Nach weiteren Untersuchungen (meist durch Tierversuche!) wurden die positiven Wirkungen den Omega-3-Fettsäuren (genauer: Eicosapentaensäure) in den Fischen zugeschrieben.
Dass Omega-3-Fettsäuren, die Blutfettwerte positiv beeinflussen, scheint wissenschaftlich abgesichert zu sein. Je ungesünder jemand lebt, desto grösser ist deshalb auch der Nutzen solcher Fette. Bei Personen mit einer gesunden fleischlosen, fettarmen Ernährungsweise ist demnach ein solcher Zusatz nicht nötig. Leider lässt sich aber immer noch viel mehr Geld machen, wenn man die Menschen zuerst an Nahrungsmittel gewöhnt, die sie krank machen und nachher Nahrungsmittel so zusammenstellt, dass die negativen Auswirkungen teilweise wieder rückgängig gemacht werden. Von vornherein gesund lebende Menschen sind weder für die Nahrungsmittelindustrie noch für die chemische Industrie interessant.


