Körper hinein fortsetzt und über den sympathischen Zweig des vegetativen Nervensystems den Körper so mobilisiert, dass er zu einer Kampf- Flucht- Reaktion fähig ist. Angst oder Wut sind die damit einhergehenden Emotionen. Die Stressreaktion kann in unseren Körpern täglich hundert Mal und öfters ablaufen, oftmals ist sie dabei so schwach, dass wir davon keine Wahrnehmung haben. Doch eine nicht wahrnehmbare Stressreaktion kann beispielsweise mit einfachen Biofeedback- Geräten nachgewiesen werden.

Die alarmierende Funktion des Mandelkerns ist überlebenswichtig, denn in akuten Gefahrenlagen muss der Körper ohne Verzögerung reagieren. Allerdings haben die Funktionen des Mandelkerns auch einige für das soziale Zusammenleben "unerwünschte Nebenwirkungen": Wie die Forschung gezeigt hat, reagiert der Mandelkern besonders intensiv auf ängstliche und ärgerliche Gesichter - und das in Millisekunden, in einer Zeitspanne, in der gar keine bewusste Wahrnehmung zustande kommen kann! Das führt bei Menschen, die durch ihre Entwicklungsgeschichte dafür disponiert sind, zu häufigen Aktivierungen und zur Neigung, feindselige Impulse, die man - ohne sie zu bemerken - gegen andere hat, in diese hineinzuprojizieren.

Die Verschaltungen des Hippocampus mit der Amygdala bewirken, dass Umgebungsinformationen und Raum-Zeit-Beziehungen mit Angstsignalen konditioniert werden können, ohne dass ein Mensch sich dessen bewusst wird. Dadurch werden Angstabläufe nicht nur befestigt, sondern auch ausgeweitet. Zudem feuern die Neurone der Amygdala auch ohne Beteiligung der Hinrregionen, die für die Steuerung der Aufmerksamkeit weiter zuständig sind. Deshalb werden Angstabläufe von vielen Menschen gar nicht also solche empfunden, sondern von ihnen als unerklärliche körperliche Beschwerden registriert. Man muss aus den heute bekannten neuronalen Verschaltungen, Aktivierungs- und Hemmungsvorgängen schließen, dass bewusste Angstgefühle (Furcht) nur eine, manchmal sogar vergleichweise kleine Teilmenge der vorkommenden Angstzustände eines Menschen ausmachen, dann nämlich, wenn die Neuronen der Amygdala und des Hippocampus sozusagen den Arbeitsspeicher des Gedächtnisses aktivieren, in dem dann neue Informationen mit Erinnerungen verglichen werden. Dazu kommen noch Wachheits- und Aufmerksamkeitsprozesse in tieferliegenden Hirnregionen. Die meisten Angstprozesse laufen indes unbewusst ab und sind schon immer unbewusst, d.h. sie sind innerlich nie als Angst gekennzeichnet worden. An einem bewussten Angstgefühl sind vier oder mehr Teilsysteme beteiligt: die Amygdala ( und der Hippocampus), das Aktivierungssystem des Hirnstammes weiter, der Arbeitsspeicher des Gedächtnisses und wichtige Rückmeldeschlaufen für körperliche Bedrohungsreaktionen. Alle diese geschilderten Abläufe haben eine für neuronale Bahnungen grundlegende Eigenschaft: sie werden umso stabiler, je öfters sie ablaufen! Und sie können sich blitzschnell aufschaukeln.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.wopalm.de)




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