Angstzustände und Paniksyndrome

 
Angstzustände und Paniksyndrome

Die Attacke

Die erste Panikattacke ist meist ein ganz entsetzliches Erlebnis: der Puls geht hoch, das Herz rast, der Kreislauf spielt verrückt, Schweißperlen stehen auf der Stirn, die Knie zittern, Schwächegefühle durchwandern den Körper und im Kopf bilden sich Nebelschwaden oder Schwindelgefühle. Die wenigen deutlicheren Gedanken, die noch übrigbleiben, sind "um Himmels willen - ich sterbe, ich muss sofort zum Arzt, ich falle um, das halte ich nicht und wenn es so weiter geht, werde ich verrückt". So oder so ähnlich ist die Grunderfahrung.

Der Teufelskreis

Panik ist etwas anderes als Furcht; sie ist ein sich pfeilschnell aufschaukelnder Prozess, ein Teufelskreis, der sich verselbständigt hat. Dieser Teufelskreis hat seine Wurzeln in der eigenen Lebensgeschichte, beruht manchmal auf einer körperlichen Bereitschaft zu schnellem Erregungsaufbau und wird meistens in Schwung gehalten durch eine übersensible Wahrnehmung für vermeintliche oder tatsächliche Fehlregulierungen körperlicher Abläufe. Dadurch werden Erwartungen aufgebaut, die schon bei den ersten Anzeichen unangenehmer körperlicher Veränderungen zur Annahme schrecklicher gesundheitlicher Konsequenzen führen. Der bewußte Teil des Ablaufs beginnt bei der Wahrnehmung körperlicher Veränderungen, die oftmals im Gefolge von Angst- oder Ärgergefühlen auftreten und dann jäh anwachsen. Der Anfall beginnt "wie aus heiterem Himmel", weil für die Betroffenen kein Anlaß zu sehen ist. Da aus der Umwelt keine Gefahr droht, die die massive Erregung erklären könnte, wird sie notwendigerweise im eigenen Körper gesucht: Man meint von einer lebensbedrohenden Krankheit befallen zu sein.

Die Angst vor der Angst

Erreichen die Leidtragenden endlich den Arzt, kann dort meistens nicht mehr viel festgestellt werden. Beruhigungsmittel lindern vorübergehend, gezielt eingesetzte Psychopharmaka nutzen eine Zeit lang, schaffen aber keine Problemlösung. Wenn nach eingehender medizinischer Abklärung zur Psychotherapie geraten wird, haben nicht wenige Betroffene eine kleine Odyssee durchs Gesundheitswesen überstanden und währenddessen ein weiteres Merkmal erworben: die Angst vor der Angst. Sie ängstigen sich nun noch zusätzlich wegen diverser Vorstellungen, wann und wo die Angstanfälle auftreten werden und wie scheußlich das sein wird. Die Angst vor der Angst tritt als Folge der vergeblichen Bemühungen auf, die akuten Angstanfälle zu beseitigen oder sie wenigstens unter Kontrolle zu bringen. In der Konsequenz werden dann Plätze, Kinos, Kneipen, Restaurants, Versammlungen, Konferenzen, Ausflüge, Zug- und Autofahrten gemieden, all jene Orte oder Tätigkeiten also, an denen oder bei denen schon mal eine Panik aufgetreten ist. Doch nicht alle Paniken treten unter bestimmbaren Umständen auf, viele sind nicht vorherzusehen.

Furcht und Wut

Furcht und Panik sind keineswegs das Selbe. Furcht ereilt einem bei einer akuten Bedrohung von außen; Panik überfällt manchen in einer Warteschlange an der Kasse eines Kaufhauses. Furcht ist eine sinnvolle Reaktion, Panik - auf den lesen Sie weiter




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