Angstzustände und Paniksyndrome: Die Therapie

Was tun? Die folgenden drei Leitlinien können eine erste Vorstellung vom Aufbau und Ablauf einer Behandlung vermitteln, sie sind allerdings keine konkrete Handlungsanleitung und kein Rezept für Selbstheilungsversuche.
Aktives Herangehen
Direkte und aktive Auseinandersetzung mit all jenen Situationen, die die
Panik auslösen können. Nicht weglaufen, sondern hingehen ist die Devise. Hierbei kommt es aber stark auf das "gewusst wie" an. Es macht beispielsweise keinen Sinn eine Situation eine Zeit lang auszuhalten, um sie dann mit einem Gefühl der Erleichterung und einem "Gott sei dank, ich kann jetzt gehen" zu verlassen. Dieser Fehler wird leider allzu häufig gemacht. Es reicht oft auch nicht, dass der rasende Puls runtergeht, vielmehr muss man zu dem Punkt gelangen, an dem man das Gefühl gewinnt, sich seinen Boden zu erobern, auf dem man im weiteren Leben zu stehen gedenkt. Dazu muss man aber eingesehen haben, dass das Vermeiden aus der Sackgasse des Lebens nicht rausführen wird. Die Verbesserungen werden nicht linear eintreten, Rückschläge gehören leider gelegentlich zur Bekämpfung der
Symptomatik dazu.
Lebensgeschichte
Erkennen des oft lange schon bestehenden Systems von
Vermeidungsreaktionen und Anerkennung der Tatsache, dass diverse Ängste immer schon unangenehme Begleitung auf den bisherigen Lebenswegen waren, von der man nur ungern etwas wissen wollte. Die Konsequenzen, die aus dieser Einsicht in die eigene Lebensgeschichte zu ziehen sind, motivieren nicht nur zur aktiven Auseinandersetzung, sie machen einem auch erst wirklich klar, dass die Panik kein medizinisches, sondern ein
psychisches Problem ist.
Signalwert
Verstehen des Signalwerts von
Panikreaktionen. Die Attacken sind überdeutliche Verkehrsschilder auf der Straße des Lebens. Sie weisen darauf hin, dass man falsch fährt. Es ist mehr als ein Körnchen Wahrheit an der Feststellung, dass einiges im Leben bereits ziemlich schief läuft, wenn es zu einem so kräftigen Signal wie einer
Panikattacke kommt. Doch man muss lernen, richtig zu verstehen, worauf dieses Signal hinweist. Wie man besser "auf der Straße des Lebens" fährt, steht von vornherein nicht fest. Der Entwurf für ein besseres Leben braucht Kreativität und einem gewissen Mut zur Neuerung, braucht also Gegensteuerung zum alteingefahrenen System des Vermeidens.